Kategorie-Archiv: Spielbericht

18. Spieltag | Arminia Bielefeld – SpVgg Fürth 4:1

Ich habe beschlossen mir von diesem Spiel nicht die Hinrunde versauen zu lassen. Es bringt ja sowieso nichts.

Wieder geraten wir – nach durchaus ordentlichen Beginn – durch eine dumme Standardsituation in den Rückstand, diesmal sogar quasi mit Ansage.
Schön das die Mannschaft sofort danach alles daransetzt auszugleichen. Das ist dem Team wirklich hoch anzurechnen.

Nach der Pause geht Bielefeld deutlich härter und konsequenter in die Zweikämpfe. Die Fürther lassen sich davon sehr verunsichern und Bielefeld kann die Kontrolle übernehmen.

Das 2:1 fällt dümmer wie es kaum fallen kann: Gießelmann wird verletzt behandelt, dadurch fehlt der linke Außenverteidiger und genau über diese Seite greift Bielefeld dann erfolgreich an. Sowas darf einer Profimannschaft eigentlich nicht passieren.
Wieder muss das Kleeblatt ausgleichen, wieder folgt in dieser Halbzeit unsere stärkste Phase. Doch diesesmal kann der Ball trotz vieler guten Chancen nicht über die Linie gedrückt werden, Bielefeld kontert erfolgreich und das Spiel ist durch. End of Story.

Nach dem Spiel war ich ehrlich gesagt ziemlich sauer. Aber mit etwas Abstand: Auch solche Spiele sind Okay wenn man nur die richtigen Lehren draus zieht, die in diesem Fall wären:

1. In Zukunft unbedingt vermeiden durch Standardsituationen in Rückstand zu geraten. Das geht Ein- oder Zweimal gut, aber nicht immer.
2. Von robuster Spielweise und intensiverem Zweikampfverhalten des Gegners darf man sich auf gar keinen Fall so aus dem Spielrhythmus bringen lassen.
3. Gegentore weil ein Spieler verletzt ist? Konter weil man einem Rückstand hinterherläuft? Dürfen eigentlich auch nicht passieren.

Frank Kramer hat nach dem Spiel davon gesprichen das wir uns “abkochen” haben lassen. Das trifft es eigentlich ganz gut und seine Analyse lässt darauf hoffen das er diese Dinge auch den Spielern vermitteln kann.

SpVgg Greuther Fürth: Hesl – Brosinski, Kleine, Mavraj, Gießelmann (66. Baba) – Stieberyellow(83. Drexler), Sparv, Trinks, Fürstner, Zillner (69. Mudrinski) – Füllkrug
Tore: Stephan Fürstner (26.)

17. Spieltag | SV Sandhausen – SpVgg Fürth 1:3

Die SpVgg Greuther Fürth gewinnt verdient mit 1:3 gegen den SV Sandhausen und beendet die Hinrunde auf dem 2. Platz. Nach einer zähen Anfangsphase und der zwischenzeitlichen Führung von Sandhausen kann die Spielvereinigung ausgleichen und gewinnt durch eine starke zweite Halbzeit im Sandhäuser Hardtwaldstadion. Aufreger der Partie ist ein unabsichtliches Handspiel von Florian Trinks mit dem er den Ball ins unfreiwillig ins gegnerische Tor lenkt.
(Weil ich gestern nicht im Stadion sein konnte muss der Spielbericht heute ohne Eindrücke vor Ort auskommen, dafür hab ich etwas mehr auf die taktischen Aspekte der Begegnung achten können.)

Wie erwartet legte Sandhausen von Beginn an Wert auf eine stabile Defensive. Verteidigt wurde tief ab der Mittellinie, dann aber äußerst kompakt und mannschaftlich geschlossen. Das machte es für unsere Offensivbemühungen zu Beginn natürlich sehr schwer. Größte Chance zu Beginn war dann auch eine Ecke der Fürther die auf den langen Pfosten verlängert wurde, Tim Sparv war davon allerdings so überrascht das er den Ball weit ins Aus köpfte. Ansonsten tat sich die Spielvereinigung sehr schwer um zu guten Aktionen vor dem gegnerischen Tor zu kommen. Die Mitte war komplett dicht, die Flügelspieler wurden von den Sandhäusern oft gedoppelt und konnten sich nur schwer durchsetzten. Oft mussten wir wieder hinten herum spielen und von dort das Spiel neu aufbauen. Der SVS dagegen lauerte konsequent auf Ballverluste im Mittelfeld um dann schnell in die Spitze zu spielen.

 

In der 16. Minute ging Sandhausen nach einer Ecke in Führung. Die Bezeichnung »Einstudiert« trifft es wohl am besten. Die Ecke von rechts scharf nach Innen getreten, vom Rand des Fünf-Meter-Raums per Kopf an den kurzen Pfosten verlängert und von dort ebenfalls per Kopf ins Tor. Besser kann man es eigentlich nicht machen. Da musste ich dann schon ein bisschen schlucken, denn das Tor hat Sandhausen ja perfekt in die Karten gespielt. Aber so spielt man eben gegen eine nominell stärkere Mannschaft: Hinten macht man möglichst gut dicht und vorne hofft man auf die Führung, gerne per Standard. Und trotz einer ordentlichen Viertelstunde durfte man nach dem letzten Spiel vom Kleeblatt nicht unbedingt ein Offensivfeuerwerk erwarten…

Doch denkste! Unsere Jungs ließen sich von dem Rückstand einfach gar nicht beeindrucken und spielten nun noch konzentrierter nach vorne. Geduldig suchte man nach dem Mittel um die Sandhäusener Abwehr zu knacken. Erste Maßnahme war das sich Stephan Fürstner noch mehr ins Offensivspiel einschaltete. Tim Sparv ließ sich dazu einen Tick weiter zurückfallen und spielte alleine den Ballverteiler, gleichzeitig konnten die Innenverteidiger etwas weiter aufrücken. Dann wurden Überzahlsituationen auf den Flügeln hergestellt um anschließend das Spiel direkt oder über Fürstner auf die andere Seite zu verlagern.

Stück um Stück gelingt es der SpVgg so nun die gegnerische Defensive auzuhebeln. In der 32. Minute dann der Ausgleich: Schöne Vorarbeit von Robert Ziller, sein Pass in die Mitte wird nicht entscheidend abgewehrt, nochmal auf Stieber, der passt auf Füllkrug und der schiebt an zwei Gegenspielern und dem Torwart vorbei ein. So gehts! Das Kleeblatt hat nun eindeutig mehr vom Spiel und ist in Punkto Ballbesitz deutlich überlegen, in der ersten Halbzeit mag aber kein Tor mehr gelingen. Dafür aber mit Vollpower in die zwote Hälfte. Schon in den ersten Minuten hatte ich das Gefühl das die SpVgg besser aus der Kabine gekommen ist.

 

In der 52. Minute dann die Szene des Spiels: Fürstner legt im Strafraum quer, Florian Trinks alleine vor dem Tor. Manuel Riemann kann Trinks’ Schuss aber parieren, Trinks springt über den Torwart von Sandhausen und der Ball prallt dabei vom Torwart von seiner (bandagierten) Hand ins Tor. Tja. Große Verwirrung. Die Sandhäuser protestieren natürlich, und auch die Fürther wollen nicht so recht jubeln. Trinks schaut erst mal konsterniert und fragt sich in dem Moment wohl selber warum er den Ball ausgerechnet so – unabsichtlich – ins Tor bugsieren musste. Dann winkt er ab und signalisiert Schiedsrichter Drees dass er den Ball mit der Hand gespielt hat. Kein Tor! Großes Kompliment. Auch die Spieler von Sandhausen freuen sich das Trinks sein Handspiel signalisiert hat.
Als Fan ärgert man sich natürlich im ersten Moment, auch wenn das Spiel zu diesem Zeitpunkt schon stark in unsere Richtung gekippt ist. Aber dann war ich doch ganz froh das Trinks so und nicht anders reagiert hat. Lieber keine Diskussionen ob das Tor nicht doch regulär gewesen wäre. (Meiner Meinung führt Trinks beim Sprung einfach eine natürliche Handbewegung zu Ende und zieht, als der Ball Ihn trifft, seine Hand auch erschrocken weg. Mehr dazu bald bei Collinas Erben). Ja es redet sich leicht wenn man das Spiel dann gewonnen hat, aber ehrlich: Durch so ein Tor zu gewinnen ist nicht toll. Besser man vermeidet auch nur den Anschein von Unsportlichkeit.

Und es hat ja dann auch so geklappt, denn kurz nach dieser Szene wird Zillner im Strafraum von hinten geschubst und fällt hin. Ein Elfmeter den man auf jeden Fall geben kann. Stieber verwandelt sicher. Ab diesem Zeitpunkt ist das Spiel nun endgültig in unserer Hand. Man merkt das Sandhausen das Pokalspiel vom Mittwoch hinter sich hat, die Kraft fehlt und die Fehlpässe häufen sich. Der Schlusspunkt des Spiels gelingt dann doch noch Florian Trinks – nach einem Konter und einer sehr schönen Flanke von Daniel Brosinski köpft er das 1:3.

 

Highlights: Eigentlich muss man die ganze Mannschaft lobend hervorheben. Mir hat gut gefallen dass man sich auch nach dem 1:0 nicht aus der Ruhe hat bringen lassen und konzentriert nach vorn gespielt hat. Die Seitenwechsel waren wirklich toll, auch das Kombinationsspiel im Mittelfeld war oft schön anzuschauen. Stephan Fürstner konnte mit der Zeit das ganze Spiel an sich reißen, offensichtlich tut es im gut wenn er etwas offensiver spielen kann und Sparv hinter sich weiß. Robert Zillner konnte seinen Einsatz voll und ganz rechtfertigen, überhaupt waren alle unserer Flügelspieler wieder extrem präsent (Gießelmann und Brosinski als Außenverteidiger sind beide sehr viel gelaufen). Auf die Jungs können wir uns verlassen und wenn es bei Stieber gut läuft ist es immer schwer uns zu schlagen. Jemanden vergessen? Trinks wurde schon erwähnt, Füllkrug hat ein schönes Tor gemacht, die Innenverteidigung bis auf das Gegentor sehr souverän. Hesl? Wie immer halt…

SpVgg Greuther Fürth: Hesl – Brosinski, Kleine, Mavraj, Gießelmann – Fürstner, Sparvyellow, Stieber (89. Korcsmár), Trinks, Zillner (72. Baba) – Füllkrug (90. Drexler)
Tore: Niclas Füllkrug (32.), Zoltán Stieber (56. per Foulelfmeter), Florian Trinks (76.)

16. Spieltag | SpVgg Fürth – FC Energie Cottbus 1:0

Ja ja ja! Endlich mal wieder ein richtig dreckiger Sieg im Ronhof. Wie lang ich darauf gewartet hab! Endlich. Ist das toll. Ich glaube dass ich ab der 70 Minute nur noch mit einem Lächeln auf der Tribüne gestanden bin. Warum? Solche Siege sind auch mal schön. Davon hatten wir in den letzten zwei Jahren zu Hause einfach zuwenig. Oft genug lief es andersherum. Jetzt ist es passiert und es fühlt sich einfach gut an!

Ja, fussballerisch war das heute nicht so toll. Gerade die zweite Halbzeit. “Kampf und Grampf” sagte mein Nachbar treffend. Da waren viele Fehlpässe zu sehen, versaute Ballannahmen und von der ganzen Spielanlage hat es nicht so wirklich gepasst heut. Offensiv lief nach dem Tor nicht mehr viel zusammen. Aber gewonnen ist gewonnen! Solche Spiele gibt es einfach, und mal ganz ehrlich, viel besser haben sich die Bayern gestern gegen Braunschweig in der zweiten Halbzeit auch nicht angestellt. Da relativiert sich in meinen Augen doch einiges.

cotbus

Und ein paar positive Aspekte gab es ja auch. Wolfgang Hesl zum Beispiel hat heute wieder bewiesen dass er zu den besten Torhütern der Liga gehört. Daniel Brosinski ist gerannt wie ein Verrückter. Tim Sparv ist wieder da und hat wieder etwas Stabilität in das Defensive Mittelfeld gebracht. Und natürlich, ganz besonders hervorzuheben, Thomas Kleine. Heute zum ersten Mal in der Startelf (Korcsmár hat sich wohl beim Abschlusstraining am Fuß verletzt) und er hat seine Sache wirklich sehr gut gemacht. Kurz vor der Halbzeit dann per Ellenbogencheck im Kopfballduell im Gesicht getroffen und mit Kopfverband zu Ende gespielt. Durch nichts unterzukriegen der Kerl!

Allgemein war die Verteidigungsleistung heute wirklich in Ordnung, denn so große Chancen hat sich Cottbus auch in der zweiten Halbzeit nicht erarbeitet. Offensiv, nun ja. Da gab es eben doch viele, teilweise haarsträubende, individuelle Fehler die es uns einfach nicht ermöglich haben einmal einen Angriff oder Konter zu Ende zu spielen. Aber so ist das eben nun Mal. Man muss auch konstatieren das unser Kader in der Breite eben nicht so gut ausgestattet ist und die Mannschaft sich mittlerweile ja praktisch selber aufstellt. Viel taktische Optionen hat Frank Kramer nicht und ob der viel geforderte Stürmerwechsel etwas gebracht hätte? Ich bin mir nicht sicher.

Ach ich weiß gar nicht was man da noch groß schreiben soll. Siege braucht man nicht zu verteidigen, oder? Noch ein Spiel und die Hinrunde ist um, und wir stehen jetzt gerade tatsächlich auf Platz zwei mit nur einem Punkt Abstand auf den Ersten. In der zweiten Bundesliga kann im Moment wirklich jeder jeden schlagen. Blöder Spruch, ich weiß, aber es ist tatsächlich so. Anders als in den letzten Jahren gibt es keine total dominierenden Mannschaften und keine klaren Absteiger. In dieser zweiten Liga wird am Ende der oben stehen der genau solche Spiele gewinnt.
Bei mir läuft im Hintergrund gerade “Such great heights” von “The Postal Service” und weil es so gut passt hier ein paar Zeilen aus dem Track:

They will see us waving from such great heights
“Come down now” they’ll say
But everything looks perfect from far away
“Come down now” but we’ll stay

SpVgg Greuther Fürth: Hesl – Brosinski (86. Zillner), Kleine, Mavraj, Gießelmann – Weilandt (76. Baba), Fürstner, Sparv, Stieber (90. Azemi), Trinks, – Füllkrug
Tore: Florian Trinks (5.)

15. Spieltag | TSV 1860 München – SpVgg Fürth 1:0

Länderspielpausen taugen doch zu gar nichts, zefix! Herrschaftszeiten. Die dritte Pause, die dritte Niederlage. Es ist einfach wie verhext. Mehr gibt es zum Spiel eigentlich nicht zu sagen. Zum Glück ist jetzt erst mal Schluss damit. Da doch lieber ein paar Worte zum Stadion in München. Ich war gestern zum ersten mal in der Allianz Arena und bin bis jetzt nur an der Autobahn daran vorbeigefahren. Schon da ist die beleuchtete Arena ein toller Anblick, aber wenn man des Nachts auf der Esplanade darauf zuläuft und sich dabei noch auf ein Fussballspiel freuen darf ist das Stadion wirklich sehr beeindruckend.

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Blaues Licht soll ja beruhigend wirken. Das kann ich seit gestern auf jeden Fall bestätigen. Um das Stadion herum herrscht entspannte Stimmung. Nicht mal Fantrennung gibt es. Sogar die Einlasskontrolle ist mit Rucksack (»da müsstert ich nur kurz mal reinschaun!«) und Spiegelreflex-Kamera (»was für ne Brennweite hams denn da?«) kein Problem. Wirklich toll. Die umstehenden Sechzger unterhalten sich über das Spiel vom Wochenende und schwanken zwischen Abscheu (»der Götze der charakterlose Kerl!«) und Bewunderung (»aber wies des wieder hinbekommen ham, gell?« ). Sehr nett.

Auch von innen ist die Allianz Arena beeindruckend. Aber bei den Spielen des TSV 1860 in der 2. Bundesliga lässt sich das Bild von einem vollen Stadion wohl nur erahnen. Der Oberrang war komplett gesperrt, Mittelrang und Unterrang in weiten Teilen nur spärlich besetzt. Nur die Fankurve der Sechzger hinter dem Tor war komplett besetzt. Wahrscheinlich hätte man auch den Mittelrang komplett dichtmachen können. Gut 15.500 Zuschauer waren gestern im Stadion, die hätte man auch im Ronhof untergebracht. Der ist, nebenbei mal bemerkt, wohl das komplette Gegenteil der Allianz Arena (Im Guten wie im Schlechten). Ansonsten hat der Innenraum gemischte Gefühle bei mir hinterlassen. Der Umgang hinter dem Block besteht hauptsächlich aus nackten Betonwänden. Keine Farben, keine Bemalung, keine Bilder, nichts. Und das an der Stelle wo sich normalerweise die Fankurve des FC Bayerns befindet! Dafür gibts ausreichend Toiletten und auch Essen & Trinken ist auch okay, wenn man mal von dem Mist mit der Arena Card absieht. Schade das man das Gästefans zumutet.

aa

So, nun doch noch ein paar Worte zum Spiel. Die Parameter für uns Fans: Saukalt. Keine “aktiven” Fans anwesend (warum und wieso steht hier). Immerhin stand im Nebenblock, recht alleine, ein Trommler der Sechzger mit dem sich ein paar Wechselgesänge anstimmen ließen. Parameter für unsere Spieler: Tim Sparv gesperrt. Für ist Ihn Fürstner im Spiel, ansonsten ist die Elf zum letzten Spiel unverändert. Die Länderspielpause hab ich ja schon angesprochen. Ansonsten wieder die hässlichen orangenen Trikots. Ich find die Sachen von Hummel ja wirklich toll, aber die Trikots gehen einfach gar nicht. Gegen Aue und auch jetzt gegen 1860 hätte man mit grünen Hosen und/oder Stutzen locker in Heimtrikots spielen können. Nächste Saison bitte berücksichtigen.

Ach ja, das Spiel. Zwei Worte langen eigentlich: Man-gel-hafte Spiel-er-öff-nung! Man hat einfach gemerkt das uns gestern Sparv und Sukalo gefehlt haben. Sowohl Fürstner als auch Trinks konnten keine entscheidenden Impulse nach vorne setzten. Die Auswechslung von Fürstner war dann wohl auch der Tatsache geschuldet das er akut gelb-rot gefährdet war. Für Ihn kam Kleine und Mavraj rückte auf die Sechs vor. Leider hat die SpVgg noch nicht ganz die Qualität des FC Bayern. Einfach mal wild Spieler Positionen tauschen lassen? Eine entscheidende Veränderung hat man nicht gemerkt. Auch gab es gestern leider wieder viele Fehlpässe und ärgerliche Ballverluste.

Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen. Man kennt das mit der jungen Mannschaft und so, aber verdammt nochmal, es stimmt ja wirklich. So ein Spiel kann und muss man der Mannschaft einfach zugestehen. Vorallem wenn die Rahmenbedingungen nicht optimal sind.

Ein paar Chancen gab es natürlich auch, aber Mudrinski und Füllkrug waren gestern ohne Glück. Insgesamt sind wir gestern einfach viel zu spät aufgewacht und selbst nach dem (dummen!) Gegentor nicht entscheidend offensiv geworden. Der TSV 1860 war gestern keine Mannschaft gegen die man verlieren muss, aber Sie haben gut verteidigt, im Mittelfeld oft die wichtigen Bälle erobert und ihren Chancen genutzt. So einfach gehts halt dann nun auch nicht für uns.

Sagte ich Chancen? Ja Chancen, denn ich dachte fast eine halbe Stunde lang das es 2:0 steht. Das das erste Tor Abseits war hab ich nicht mitbekommen. Ich weiß, es gibt nichts Peinlicheres als nicht zu wissen wie es steht. Aber ich war felsenfest davon überzeugt, es gab Jubel, Tormusik, und mit gesenktem Kopf meine ich einen Anstoß gesehen zu haben. Selbst der Anzeigetafel wollte ich nicht glauben. Und meinen Nachbar konnte ich natürlich nicht fragen…

SpVgg Greuther Fürth: Hesl – Brosinski, Korcsmár, Mavraj, Baba (69. Weilandt) – Stieber (81. Azemi), Fürstneryellow (40. Kleine), Trinksyellow, Gießelmann – Mudrinski, Füllkrugyellow
Tore: Keine

14. Spieltag | SpVgg Fürth – SC Paderborn 3:0

Freitagsabend in der Zweiten Bundesliga. Schnell aus der Arbeit ins Stadion – Heimspiel! Als ich am Stadion bin hört man aus den Lautsprechern schon die Mannschaftsaufstellung. Keine Ahnung was uns heute gegen den SC Paderborn erwartet, immerhin der 7. der Tabelle. Beenden wir die kleine Krise in die wir durch ein gutes, ein mittelprächtiges und ein schlechtes Spiel gerutscht sind nun endgültig? Oder sind wir gar nicht raus und müssen uns erst mal Richtung Tabellenmitte orientieren? Ich hab nicht mal eine Vorahnung, das schreit quasi nach einem Bier. Dafür reicht die Zeit vor Anpfiff noch.

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Die Anfangsphase ist ausgeglichen, keine Mannschaft weiß so recht, was sie vom Gegner zu erwarten hat. Paderborn hat die erste Chance, dann kommt die SpVgg aber besser ins Spiel, denn die Ostwestfalen verzichtet fast gänzlich auf Angriffspressing und greifen uns kaum in der eigenen Hälfte an. Meiner Meinung nach ein großer Fehler, denn in der Vergangenheit hatten wir gerade dann beim Spielaufbau die insgesamt größten Probleme. Ich bin mir sicher das man sich in Paderborn dabei durchaus was gedacht hat, aber auch im Mittelfeld schafft es der Gegner nicht oft genug dem Kleeblatt den Ball abzunehmen. Außerdem leistete sich Paderborn jeden Menge Fehlpässe, so das der Ball bald immer wieder in unseren Reihen ist. Insgesamt präsentiert sich die Paderborner Offensive in der ersten Halbzeit erschreckend harmlos.

Dafür klappt es in der Defensive besser und in der ersten halben Stunde will es der SpVgg einfach nicht so recht gelingen wirklich gefährlich vor das Gegnerische Tor zu kommen. Im Block regen sich die ersten denen die Torchancen fehlen. Es ist schon komisch wie verschieden man so ein Fussballspiel erleben kann, aber mir hat am Freitag auch die erste halbe Stunde gut gefallen. Das man sich am Anfang von so einem Spiel gegen einen tief stehenden Gegner nicht im Minutentakt Chancen erarbeiten kann sollte doch eigentlich klar sein. Da muss man eben etwas abwarten und Geduld zeigen. Ich hatte jedenfalls in der ersten Halbzeit zu keinem Zeitpunkt das Gefühl das wir das Spiel irgendwie verlieren könnten wenn wir individuelle Fehler vermeiden können. Zu Ballsicher, zu konzentriert im Spielaufbau – nur eine Frage der Zeit bis wir in Führung gehen sollten, oder?

In der 30. Minute ist es dann soweit: Über Links bereiten Baba und Niko Gießelmann (die am Freitag wieder hervorragend harmonieren) vor, Gewurschtel im Strafraum, Mudrinski schießt den Paderborner Torwart an, von dem prallt Ball zu Stieber und der verwandelt. Jetzt sind auch meine Stehplatz-Nachbarn erst mal beruhigt. Kurz danach fällt auch noch das 2:0, und bei diesem Tor zeigt das Kleeblatt mal wieder was uns in dieser Saison schon oft ausgezeichnet hat. Schnelles Umschaltspiel und Abschlussstärke vorm Tor. Balleroberung im Mittelfeld, langer Ball nach vorn, Trinks verlängert und dann macht Ognjen Mudrinski wirklich alles richtig: Zuerst startet er im richtigen Moment um nicht ins Abseits zu geraten, dann lässt er sich nicht von den heraneilenden Innenverteidigern beeindrucken sondern stoppt kurz, dreht sich mit dem Rücken zum Tor um die eigene Achse und knallt den Ball an Gegenspieler und Torwart vorbei ins Netz – sehr sehenswert!!

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Halbzeit. Die Sprechanlage ist ausgefallen. Wunderbar, kein Krach und man kann darüber diskutieren warum der Paderborner Torwart ausgewechselt wurde. Verletzung beim ersten Tor? “Der mog hald nimmer!” behauptet einer neben mir. Das möchte ich nur zugern glauben. Ich hol mir noch ein Bier bevor wir zur zweiten Halbzeit schreiten.

Das Kleeblatt beginnt druckvoll, so wie die erste Halbzeit aufgehört hat. Die Entscheidung muss her! Jetzt haben wir wirklich Chancen im Minutentakt, leider fällt kein Tor. Paderborn wird teilweise so in der eigenen Hälfte eingeschnürt das sich sogar die Innenverteidiger nach vorne wagen. Das ermöglicht den Paderbornern Konter. Als Stürmer dürfte es in der 2. Bundesliga aber wenige Situationen geben die so depremierend sind als wie alleine auf Wolfgang Hesl zulaufen zu müssen. Den zweiten Konter entschärft Tim Sparv mit einem glänzenden Tackling, dann reagiert Frank Kramer und bringt Stephan Fürstner um das defensive Mittelfeld zu stärken.

10 Minuten später dann die Szene die das Spiel endgültig entscheiden sollte: Vrancic grätscht im Mittelfeld Florian Trinks um; zwar nicht wirklich von hinten weil Trinks sich im letzten Moment umdreht, trotzdem ist der folgende Platzverweis aus meiner Sicht berechtigt: Vranicic attackiert aus vollem Lauf, ohne Chance an den Ball zu kommen und trifft nur die Beine von Trinks. Die Paderborner protestierten, Thomas Bertels übertreibt es dabei aber gewaltig und zeigt Schiedsrichter Ittrich den Vogel – nochmal Rot.

Das Spiel ist gelaufen, die Restspielzeit wird wahlweise vorsichtig oder souverän heruntergespielt. Thomas Kleine darf nochmal ran, Zoltan Stieber trifft zum 3:0 Entstand. Krise gemeistert. Oder? Auf jeden Fall hab ich am Freitag ein sehr ordentliches Spiel gesehen. Keine wirklich großen Fehler, eine insgesamt sehr solide Abwehrleistung und auch mit der Offensive durfte man zufrieden sein. Jetzt warten in der Hinrunde noch der TSV 1860 München, Energie Cottbus und Sandhausen auf uns, dann kommen vor der Winterpause noch die Rückspiele gegen Bielefeld und Aalen. Ich lehn mich jetzt mal aus dem Fenster und behaupte das wir auf einem Aufstiegsplatz überwintern – und dann sehn wir einfach mal weiter.
Auf gehts, Kleeblatt!

SpVgg Greuther Fürth: Hesl – Brosinski, Mavrajyellow, Korcsmár (79. Kleine), Baba – Stieber, Trinks, Sparvyellow(84. Zillner), Gießelmann – Mudrinski (63. Fürstner), Füllkrug
Tore: Stieber (30.), Mudrinski (34.), Stieber (83.)
Besondere Vorkommnisse: (75 Minute) Platzverweis für Vrancic (grobes Foulspiel) und Bertels (Schiedsrichterbeleidigung)
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