Kategorie-Archiv: Saison 13/14

22. Spieltag | 1.FC Köln – SpVgg Fürth 1:1

Selten hat sich ein Unentschieden so gut angefühlt. In der 86. Minute trifft Ilir Azemi zum 1:1 gegen den FC, der Wahnsinn. Fussball kann nicht nur, Fussball ist manchmal einfach wunderbar. Was für ein Gefühl, bei diesem Spiel kurz vor Ende auszugleichen. Es hat sich wie ein Sieg angefühlt.

Geschwächt vom mysteriösen Norovirus trat die SpVgg am Montagabend beim Tabellenführer aus Köln an. Keine leichte Aufgabe, ist der Effzeh doch die insgesamt stabilste und abgeklärteste Mannschaft in dieser verrückten 2. Liga, in der irgendwie jeder gegen jeden gewinnt. Obwohl Köln bisher die meisten Punkte auswärts geholt hat, hatten sie auch einige starke Heimspiele aufzuweisen, wie etwa das klare 4:0 gegen Union Berlin.

Unter diesen Gesichtspunkten begann das Kleeblatt die Partie außerordentlich stark. Gleich zu Beginn hatte Niclas Füllkrug und Tom Weilandt im Nachschuss eine Großchance mit der man eigentlich in Führung gehen muss. Nach diesem Aufreger waren Torchancen auf beiden Seiten rar, aber die SpVgg behielt die Kontrolle über das Spiel. Ob’s nun daran lag das die Fürther zweikampfstärker und ballsicherer waren, oder dass die Kölner auf allzu starkes Pressing verzichteten und unsere Spieler erst ab der Mittelline attackierten (etwas von beidem wird es wohl gewesen sein) – als Kleeblatt-Fan durfte man mit der ersten halben Stunde auf jeden Fall zufrieden sein.

Nicht zufrieden durfte man dann aber mit dem Gegentor in der 34. Minute sein, dass diese Phase jäh beendete. Baba und Röcker behindern sich gegenseitig, weil sie beide gleichzeitig den Ball aus dem Strafraum köpfen wollen, der Ball landet vor dem Füßen eines Kölners, und aus einer ungefährlichen Ecke resultiert dann die gegnerische Führung. Sehr ärgerlich. Klar das die Kölner nun mit dem Treffer im Rücken das Spiel endgültig für sich entscheiden wollen. Die Qualitäten der Gastgeber werden nun deutlich sichtbar, die Kölner haben einige gute Chancen, können aber ihre Führung nicht ausbauen. Das Kleeblatt verlegt sich fast vollständig aufs verteidigen und hofft auf einen Konter oder Standardsituationen. Man merkt das nun doch bei einigen die Beine schwer sind.

cotbus

Dann die Schlussoffensive. Frank Kramer bringt mit Ilir Azemi noch einen Stürmer. Warum auch nicht, wenn die Kölner ihre Tormöglichkeiten nicht nutzen  In der 86. Minute pfeift Schiedsrichter Marco Fritz Freistoß, nachdem Nico Gießelmann auf der linken Außenbahn in Höhe der Mannschaftsbank gefoult wird. Brosinski flankt, der Ball landet irgendwie bei Azemi, der zu diesem Zeitpunkt weit im Abseits steht. Er nimmt den Ball mit dem Rücken zum Tor an, dreht sich, und schiebt das Leder in der Luft zwischen Timo Horn und dem Pfosten ins Tor. Technisch anspruchsvoll und äußerst spektakulär, doch wo bleibt die Fahne des Assistenten und der Pfiff des Schiedsrichters?

Der bleibt aus. Das Tor zählt. Kein Abseits, der Ball kam anscheinend vom Gegner. (Und nach mehrfachen Anschauen von Zeitlupen und Wiederholungen glaube ich das die Entscheidung richtig ist. Wohl war es ein Kölner, der den Ball verlängert hat.) Im ersten Moment war ich eigentlich felsenfest davon überzeugt dass das ganz klar Abseits war. Der Jubel ist grenzenlos. Gleichen wir da tatsächlich noch aus, in einem schon verloren geglaubten Spiel. Und dann auch noch auf die Art und Weise, durch Azemi, unglaublich. Es hat sich tatsächlich wie ein Sieg angefühlt.

Mehr möchte ich zu dem Spiel eigentlich gar nicht schreiben, den der wunderbare Axel aka. Der Vierte Offizielle hat mich gestern eingeladen, bei seinem effzeh-Podcast »Bockcast #003« Gast zu sein. Wir haben uns gut 20 Minuten über unser Montagsspiel unterhalten, die 2. Bundesliga und die Situation unserer Mannschaften besprochen, außerdem haben wir versucht die Fragen zu klären, wer den nun eigentlich aufsteigt. Hört mal rein!

PS: Der äußerst hörenswerte Schiedsrichterpodcast »Collinas Erben« hat die gesamte Szene die zum 1:1 geführt hat ausführlich besprochen.

SpVgg Greuther Fürth: Hesl – Brosinski, Mavraj, Röcker, Baba – Sparv (74. Azemi), Fürstner – Weilandt (45. Stieber), Trinks (89. Sukalo), Gießelmann – Füllkrug
Tor: Ilir Azemi (86.)

Spieltag 20. & 21. terminiert [Update: 22. – 28.]

Die DFL hat die nächsten Spieltage terminiert. Das Auswärtsspiel gegen den 1.FC Kaiserslautern findet nach der Winterpause an einem Samstag statt, das darauffolgende Heimspiel gegen den Karlsruher SC am Freitag abend.
[Update:] Auch die Spieltage 22. – 28. sind nun endgültig terminiert worden. Die vier Auswärtsspiele finden alle an einem Montag oder Freitag statt. Danke für nichts, DFL!

Die nächsten Termine im Überblick:

18. Spieltag  A DSC Arminia Bielefeld – SpVgg Fürth  Sonntag  15.12.2013. 13:30 Uhr
19. Spieltag  H SpVgg Fürth – VfR Aalen  Sonntag  22.12.2013. 13:30 Uhr
Winterpause
20. Spieltag  A 1. FC Kaiserslautern – SpVgg Fürth  Samstag  08.02.2014 13:00 Uhr
21. Spieltag  H SpVgg Fürth – Karlsruher SC  Freitag  14.02.2014 18:30 Uhr
neu: 22. Spieltag  A 1. FC Köln – SpVgg Fürth  Montag  24.02.2014 20:15 Uhr
neu: 23. Spieltag  H SpVgg Fürth – FSV Frankfurt  Sonntag  02.03.2014 13:30 Uhr
neu: 24. Spieltag  A VfL Bochum – SpVgg Fürth  Montag  10.03.2014 20:15 Uhr
neu: 25. Spieltag  H SpVgg Fürth – 1. FC Union Berlin
 Sonntag  16.03.2014 13:30 Uhr
neu: 26. Spieltag  A SG Dynamo Dresden – SpVgg Fürth  Freitag  21.03.2014 18:30 Uhr
neu: 27. Spieltag  H SpVgg Fürth – Fortuna Düsseldorf
 Dienstag  25.03.2014 17:30 Uhr
neu: 28. Spieltag  A FC St. Pauli – SpVgg Fürth  Freitag  28.03.2014 18:30 Uhr

18. Spieltag | Arminia Bielefeld – SpVgg Fürth 4:1

Ich habe beschlossen mir von diesem Spiel nicht die Hinrunde versauen zu lassen. Es bringt ja sowieso nichts.

Wieder geraten wir – nach durchaus ordentlichen Beginn – durch eine dumme Standardsituation in den Rückstand, diesmal sogar quasi mit Ansage.
Schön das die Mannschaft sofort danach alles daransetzt auszugleichen. Das ist dem Team wirklich hoch anzurechnen.

Nach der Pause geht Bielefeld deutlich härter und konsequenter in die Zweikämpfe. Die Fürther lassen sich davon sehr verunsichern und Bielefeld kann die Kontrolle übernehmen.

Das 2:1 fällt dümmer wie es kaum fallen kann: Gießelmann wird verletzt behandelt, dadurch fehlt der linke Außenverteidiger und genau über diese Seite greift Bielefeld dann erfolgreich an. Sowas darf einer Profimannschaft eigentlich nicht passieren.
Wieder muss das Kleeblatt ausgleichen, wieder folgt in dieser Halbzeit unsere stärkste Phase. Doch diesesmal kann der Ball trotz vieler guten Chancen nicht über die Linie gedrückt werden, Bielefeld kontert erfolgreich und das Spiel ist durch. End of Story.

Nach dem Spiel war ich ehrlich gesagt ziemlich sauer. Aber mit etwas Abstand: Auch solche Spiele sind Okay wenn man nur die richtigen Lehren draus zieht, die in diesem Fall wären:

1. In Zukunft unbedingt vermeiden durch Standardsituationen in Rückstand zu geraten. Das geht Ein- oder Zweimal gut, aber nicht immer.
2. Von robuster Spielweise und intensiverem Zweikampfverhalten des Gegners darf man sich auf gar keinen Fall so aus dem Spielrhythmus bringen lassen.
3. Gegentore weil ein Spieler verletzt ist? Konter weil man einem Rückstand hinterherläuft? Dürfen eigentlich auch nicht passieren.

Frank Kramer hat nach dem Spiel davon gesprichen das wir uns “abkochen” haben lassen. Das trifft es eigentlich ganz gut und seine Analyse lässt darauf hoffen das er diese Dinge auch den Spielern vermitteln kann.

SpVgg Greuther Fürth: Hesl – Brosinski, Kleine, Mavraj, Gießelmann (66. Baba) – Stieberyellow(83. Drexler), Sparv, Trinks, Fürstner, Zillner (69. Mudrinski) – Füllkrug
Tore: Stephan Fürstner (26.)

17. Spieltag | SV Sandhausen – SpVgg Fürth 1:3

Die SpVgg Greuther Fürth gewinnt verdient mit 1:3 gegen den SV Sandhausen und beendet die Hinrunde auf dem 2. Platz. Nach einer zähen Anfangsphase und der zwischenzeitlichen Führung von Sandhausen kann die Spielvereinigung ausgleichen und gewinnt durch eine starke zweite Halbzeit im Sandhäuser Hardtwaldstadion. Aufreger der Partie ist ein unabsichtliches Handspiel von Florian Trinks mit dem er den Ball ins unfreiwillig ins gegnerische Tor lenkt.
(Weil ich gestern nicht im Stadion sein konnte muss der Spielbericht heute ohne Eindrücke vor Ort auskommen, dafür hab ich etwas mehr auf die taktischen Aspekte der Begegnung achten können.)

Wie erwartet legte Sandhausen von Beginn an Wert auf eine stabile Defensive. Verteidigt wurde tief ab der Mittellinie, dann aber äußerst kompakt und mannschaftlich geschlossen. Das machte es für unsere Offensivbemühungen zu Beginn natürlich sehr schwer. Größte Chance zu Beginn war dann auch eine Ecke der Fürther die auf den langen Pfosten verlängert wurde, Tim Sparv war davon allerdings so überrascht das er den Ball weit ins Aus köpfte. Ansonsten tat sich die Spielvereinigung sehr schwer um zu guten Aktionen vor dem gegnerischen Tor zu kommen. Die Mitte war komplett dicht, die Flügelspieler wurden von den Sandhäusern oft gedoppelt und konnten sich nur schwer durchsetzten. Oft mussten wir wieder hinten herum spielen und von dort das Spiel neu aufbauen. Der SVS dagegen lauerte konsequent auf Ballverluste im Mittelfeld um dann schnell in die Spitze zu spielen.

 

In der 16. Minute ging Sandhausen nach einer Ecke in Führung. Die Bezeichnung »Einstudiert« trifft es wohl am besten. Die Ecke von rechts scharf nach Innen getreten, vom Rand des Fünf-Meter-Raums per Kopf an den kurzen Pfosten verlängert und von dort ebenfalls per Kopf ins Tor. Besser kann man es eigentlich nicht machen. Da musste ich dann schon ein bisschen schlucken, denn das Tor hat Sandhausen ja perfekt in die Karten gespielt. Aber so spielt man eben gegen eine nominell stärkere Mannschaft: Hinten macht man möglichst gut dicht und vorne hofft man auf die Führung, gerne per Standard. Und trotz einer ordentlichen Viertelstunde durfte man nach dem letzten Spiel vom Kleeblatt nicht unbedingt ein Offensivfeuerwerk erwarten…

Doch denkste! Unsere Jungs ließen sich von dem Rückstand einfach gar nicht beeindrucken und spielten nun noch konzentrierter nach vorne. Geduldig suchte man nach dem Mittel um die Sandhäusener Abwehr zu knacken. Erste Maßnahme war das sich Stephan Fürstner noch mehr ins Offensivspiel einschaltete. Tim Sparv ließ sich dazu einen Tick weiter zurückfallen und spielte alleine den Ballverteiler, gleichzeitig konnten die Innenverteidiger etwas weiter aufrücken. Dann wurden Überzahlsituationen auf den Flügeln hergestellt um anschließend das Spiel direkt oder über Fürstner auf die andere Seite zu verlagern.

Stück um Stück gelingt es der SpVgg so nun die gegnerische Defensive auzuhebeln. In der 32. Minute dann der Ausgleich: Schöne Vorarbeit von Robert Ziller, sein Pass in die Mitte wird nicht entscheidend abgewehrt, nochmal auf Stieber, der passt auf Füllkrug und der schiebt an zwei Gegenspielern und dem Torwart vorbei ein. So gehts! Das Kleeblatt hat nun eindeutig mehr vom Spiel und ist in Punkto Ballbesitz deutlich überlegen, in der ersten Halbzeit mag aber kein Tor mehr gelingen. Dafür aber mit Vollpower in die zwote Hälfte. Schon in den ersten Minuten hatte ich das Gefühl das die SpVgg besser aus der Kabine gekommen ist.

 

In der 52. Minute dann die Szene des Spiels: Fürstner legt im Strafraum quer, Florian Trinks alleine vor dem Tor. Manuel Riemann kann Trinks’ Schuss aber parieren, Trinks springt über den Torwart von Sandhausen und der Ball prallt dabei vom Torwart von seiner (bandagierten) Hand ins Tor. Tja. Große Verwirrung. Die Sandhäuser protestieren natürlich, und auch die Fürther wollen nicht so recht jubeln. Trinks schaut erst mal konsterniert und fragt sich in dem Moment wohl selber warum er den Ball ausgerechnet so – unabsichtlich – ins Tor bugsieren musste. Dann winkt er ab und signalisiert Schiedsrichter Drees dass er den Ball mit der Hand gespielt hat. Kein Tor! Großes Kompliment. Auch die Spieler von Sandhausen freuen sich das Trinks sein Handspiel signalisiert hat.
Als Fan ärgert man sich natürlich im ersten Moment, auch wenn das Spiel zu diesem Zeitpunkt schon stark in unsere Richtung gekippt ist. Aber dann war ich doch ganz froh das Trinks so und nicht anders reagiert hat. Lieber keine Diskussionen ob das Tor nicht doch regulär gewesen wäre. (Meiner Meinung führt Trinks beim Sprung einfach eine natürliche Handbewegung zu Ende und zieht, als der Ball Ihn trifft, seine Hand auch erschrocken weg. Mehr dazu bald bei Collinas Erben). Ja es redet sich leicht wenn man das Spiel dann gewonnen hat, aber ehrlich: Durch so ein Tor zu gewinnen ist nicht toll. Besser man vermeidet auch nur den Anschein von Unsportlichkeit.

Und es hat ja dann auch so geklappt, denn kurz nach dieser Szene wird Zillner im Strafraum von hinten geschubst und fällt hin. Ein Elfmeter den man auf jeden Fall geben kann. Stieber verwandelt sicher. Ab diesem Zeitpunkt ist das Spiel nun endgültig in unserer Hand. Man merkt das Sandhausen das Pokalspiel vom Mittwoch hinter sich hat, die Kraft fehlt und die Fehlpässe häufen sich. Der Schlusspunkt des Spiels gelingt dann doch noch Florian Trinks – nach einem Konter und einer sehr schönen Flanke von Daniel Brosinski köpft er das 1:3.

 

Highlights: Eigentlich muss man die ganze Mannschaft lobend hervorheben. Mir hat gut gefallen dass man sich auch nach dem 1:0 nicht aus der Ruhe hat bringen lassen und konzentriert nach vorn gespielt hat. Die Seitenwechsel waren wirklich toll, auch das Kombinationsspiel im Mittelfeld war oft schön anzuschauen. Stephan Fürstner konnte mit der Zeit das ganze Spiel an sich reißen, offensichtlich tut es im gut wenn er etwas offensiver spielen kann und Sparv hinter sich weiß. Robert Zillner konnte seinen Einsatz voll und ganz rechtfertigen, überhaupt waren alle unserer Flügelspieler wieder extrem präsent (Gießelmann und Brosinski als Außenverteidiger sind beide sehr viel gelaufen). Auf die Jungs können wir uns verlassen und wenn es bei Stieber gut läuft ist es immer schwer uns zu schlagen. Jemanden vergessen? Trinks wurde schon erwähnt, Füllkrug hat ein schönes Tor gemacht, die Innenverteidigung bis auf das Gegentor sehr souverän. Hesl? Wie immer halt…

SpVgg Greuther Fürth: Hesl – Brosinski, Kleine, Mavraj, Gießelmann – Fürstner, Sparvyellow, Stieber (89. Korcsmár), Trinks, Zillner (72. Baba) – Füllkrug (90. Drexler)
Tore: Niclas Füllkrug (32.), Zoltán Stieber (56. per Foulelfmeter), Florian Trinks (76.)

Interaktive Vorschau auf den 17. Spieltag: SV Sandhausen – SpVgg Fürth

Auf zum Endspurt! Noch drei Spiele sind bis zur Winterpause zu bewältigen, die SpVgg steht auf dem zweiten Platz und am Sonntag spielen wir im letzten Spiel der Hinrunde gegen den SV Sandhausen.

Tja Sandhausen. Tatsächlich unser erstes Aufeinandertreffen in der 2. Bundesliga. Was ist das für ein Verein, was ist das für eine Stadt? Was macht die Mannschaft aus? Als ich mir am Montag unseren nächsten Gegner angeschaut habe wollte ich dringend mehr über diesen Verein erfahren. Wen könnte man da besser fragen als einen Fan aus Sandhausen? Zum Glück findet man auf Twitter immer nette Fans von anderen Vereinen, und im Falle des SVS war Stefan vom Sandhäuser Fanclub “Carpe Diem Sandhausen” (auf Twitter @CDSandhausen) so freundlich, mir ein paar Fragen zu seinem Verein zu beantworten.

DIe Homepage des CD Sandhausen ist unter www.carpediemsandhausen.de zu erreichen, neben Informationen zu dem Fanclub findet man dort auch Spielberichte und Bilder. Außerdem hat der Fanclub noch eine interessante Facebook-Page.

Doch nun zum Interview:


Frage: Hallo Stefan! Vielen Dank dass du dir Zeit nimmst mir vor dem ersten Aufeinandertreffen unser beiden Vereine in der Zweiten Bundesliga ein paar Fragen zu beantworten! Stell dich und deinen Fanclub doch mal kurz vor und erzähl uns: Wie wird man Fan vom SV Sandhausen?

Antwort: Hallo Jakob, mach‘ ich doch gerne.
Ich wurde Fan des SV Sandhausen, weil ich schon als kleiner Junge in den 80er Jahren regelmäßig Sonntag nachmittags bei den Heimspielen des SV Sandhausen war. Damals spielten wir noch in der Oberliga Baden-Württemberg und meine Idole waren z.B. Erwin Rupp, Gerd Dais, Stefan Emmerling oder Rainer Wild, der zu dieser Zeit noch mit uns auf dem Gymnasium in Sandhausen war. Schon damals war am Hardtwald immer was los. Es gab noch kein Sky oder jeden Tag Fußball im TV, da ist man sonntags auf den Sportplatz gegangen. Das fasziniert natürlich als Kind und so war der Bezug zum SVS schon früh da. Unseren Fanclub „Carpe Diem Sandhausen“ haben wir 2008 gegründet und wir sind aus einem Freundeskreis entstanden. Wir sind ein Familienfanclub, d.h. bei uns gehen auch die Frauen und Kinder mit ins Stadion und wir machen auch Aktivitäten außerhalb des Fußballs.

F: Ich habe gelesen dass Dietmar Hopp 2005 vorgeschlagen hat, Sandhausen mit der TSG 1899 Hoffenheim zu einem Verein zu fusionieren. Ihr habt euch entschieden den Weg in den Profi-Fußball alleine anzutreten (und das habt ihr ja auch erfolgreich durchgezogen, Kompliment!) War das aus deiner Sicht die richtige Entscheidung? Kannst du uns noch ein bisschen etwas über deinen Verein erzählen – wie sind die Strukturen bei euch, wie groß ist eure Fanbasis?

A: Ja das ist richtig. Hopp kam damals mit Hoffenheim in der Regionalliga nicht richtig weiter und wollte dann größer investieren und die gesamte Region mit einbeziehen. Der SV Sandhausen sollte als „Traditionsverein im Amateurfußball“ da eine große Rolle mitspielen. Es gab dann auch Gespräche aber der SVS hat sich gegen die Fusion entschieden. Wenn man sich den Weg von Sandhausen seitdem anschaut, dann war es auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Wir spielen mittlerweile in der 2. Liga und das mit sehr begrenzten finanziellen Mitteln.

Der SV Sandhausen ist ein kleiner Verein in einer kleinen Gemeinde (14.500 Einwohner). Wir haben über Jahre in den höchsten Amateurklassen gespielt, in den 80er Jahren mehrmals an den Aufstiegsrunden zur 2. Liga teilgenommen und wir waren 2 x Deutscher Amateurmeister. Der größte Erfolg ist aber natürlich der Aufstieg in die 2. Liga im Jahr 2012. Durch die DFB/DFL Vorgaben mussten wir in den letzten Jahres vieles anpassen und wir sind nach wie vor noch dabei die Strukturen im Verein professioneller aufzustellen, was in der 2. Liga natürlich eine Notwendigkeit ist. Die Strukturen müssen noch weiter wachsen, aber langsam, denn wir müssen das Bodenständige beibehalte. Das macht den Verein nämlich aus und wird uns auch weiterhelfen wenn es mal wieder sportlich bergab gehen sollte.

Die Fanbasis des SVS wächst auch, aber ebenfalls langsam. Wir liegen mitten im Einzugsgebiet von Hoffenheim, Waldhof und Karlsruhe. Frankfurt, Stuttgart und Kaiserslautern sind auch nicht weit entfernt. Und dann gibt’s noch Handball und Eishockey in der Region. Da kommen nun nicht auf einmal 10000 Zuschauer nur weil wir 2. Liga spielen. Es gibt viele ältere Fans, die schon seit Jahren oder Jahrzehnten zum SVS gehen (so wie wir), aber mittlerweile gibt es auch wieder viele junge Leute, die inzwischen für unsere Verhältnisse richtig gute Stimmung machen.

F: Blicken wir doch noch mal kurz ans Ende der letzten Saison zurück. Eigentlich wart Ihr ja schon abgestiegen, dann kam auf einmal die Meldung dass der MSV Duisburg wohl keine Lizenz mehr für die 2. Liga erhalten wird. Bis dann alle Verfahren abgeschlossen und der Lizenzentzug feststand hat es ja einige Zeit gedauert. Ich kann mir vorstellen dass die Wochen der Ungewissheit als Fan ziemlich nervenaufreibend gewesen sein müssen, oder?

A: Ja, das war eine spannende Zeit. Wir hatten uns mit dem Abstieg eigentlich schon abgefunden und der Blick war nach vorne gerichtet auf den Aufbau einer neuen, jungen Mannschaft in der 3. Liga. Dann kam alles anders. Für die finanziellen Probleme der Duisburger, welche zum Lizenzentzug geführt haben, können wir nichts und vor allem die Duisburger Fans können einem da auch leidtun, denn die können da auch nichts für. Wir sind nun Nutznießer des Lizenzentzugs, was bei manchen Fans gar nichts gut ankommt. Die sehen natürlich lieber einen Traditionsverein wie den MSV in der 2. Liga als uns. So hören wir dann von gegnerischen Fans immer wieder „Ohne Duisburg wärt ihr gar nicht hier“. Für uns ist das zweite Jahr in der 2. Liga eine große Chance und wir haben einiges aus unseren Fehlern der Vergangenheit gelernt. Aktuell läuft es ja viel besser als letzte Runde.

F: Kommen wir zum Sportlichen: Ihr steht gerade auf dem 8. Tabellenplatz, von den letzten sechs Spiele habt Ihr dreimal gewonnen und nur einmal verloren. Dazu kommt dass Ihr es im Pokal bis ins Achtelfinale geschafft habt. (Danke übrigens das Ihr unseren Nachbarn rausgeschmissen habt). Wenn ihr so weitermacht ist der Klassenerhalt mehr als nur ein realistisches Ziel. Im Moment dürftet Ihr also richtig zufrieden sein, oder?

A: Ich bin aktuell sehr zufrieden, auch wenn wir am Mittwoch in Frankfurt aus dem Pokal geflogen sind. Es läuft diese Runde vieles besser als letzte Saison aber die 2. Liga ist dieses Jahr so ausgeglichen, da ist man noch lange nicht durch. Der Klassenerhalt ist und bleibt das einzige Saisonziel. Wenn wir nach dem letzten Spieltag auf Platz 15 stehen ist das für uns ein Riesenerfolg. Ich habe das Vertrauen in die Mannschaft und denke wir können und werden das schaffen.

F: Schauen wir doch mal auf euren Kader. Matthias Zimmermann hat ja letzte Saison bei uns gespielt und der Name Timo Achenbach sagt mir auch noch etwas. Danny Blum ist mir durch seine Haarfarbe aufgefallen, Manuel Riemann ist mir seit dieser Pokalrunde auch ein Begriff, aber wenn ich den Rest von eurem Kader so durchgehe stoße ich auf lauter mir unbekannte Namen. Kannst du mir eure Mannschaft ein bisschen vorstellen? Auf wen gilt es für Frank Kramer am Sonntag besonders zu achten? Wer ist Publikumsliebling? Habt Ihr Talente in euren Reihen die sich schon für höhere Aufgaben empfehlen können?

A: Was den SV Sandhausen diese Saison ausmacht ist ein sehr ausgeglichener Kader. Wir haben auf (fast) allen Positionen mehrere Leute die dort spielen können und dies auch auf ähnlichem Niveau. So gibt es jetzt keinen Top-Spieler auf den alles zugeschnitten ist, sondern das Kollektiv zeichnet uns aus und macht uns stark. Wer mir in dieser Saison bisher am besten gefällt ist unser Sechser Dennis Linsmayer. Der fällt oft gar nicht so auf, arbeitet aber verdammt viel im Spiel, fängt im Mittelfeld viele Bälle ab und bringt kluge Pässe nach vorne. Publikumsliebling ist immer noch unser Kapitän Frank Löning, der nach einer Verletzung diese Saison aber noch nicht so oft zum Einsatz kam. Ja und achtgeben müsst ihr am Sonntag dann besonders auf Riemann, Schauerte, Linsmayer, Thiede, Blum, Tüting, Adler, Löning und auf die andern natürlich auch ;-)

F: Ihr habt bis jetzt in dieser Saison am zweit-wenigsten Tore geschossen, dafür aber auch am zweit-wenigsten Gegentreffer bekommen. Das spricht für ein starke Defensive. Was denkst du, wir werdet ihr gegen das Kleeblatt zu Werke gehen? Eher wie bisher defensiv-abwartend oder habt ihr durch das gute Spiel gegen die Frankfurter Eintracht soviel Selbstvertrauen geholt dass Ihr vor heimischen Publikum gleich offensiv an die Sache ran geht?

A: Wir werden auch am Sonntag wieder aus einer kontrollierten Defensive agieren. Die Niederlage in Frankfurt ist zwar schade aber die sollte nicht an unserem Selbstvertrauen kratzen, denn wir haben uns in Frankfurt sehr gut verkauft. Unsere gute Defensive ist bisher der Grundstein für die 23 Punkte und an dieser Grundausrichtung wird unser Trainer auch nicht rütteln. Klar wünscht man sich manchmal mehr Offensivgeist, vor allem bei Heimspielen, allerdings ist Fürth nun ja auch kein Gegner den wir einfach so überrennen werden sondern klarer Favorit in dem Spiel. Macht ihr nur mal das Spiel, wir behalten dafür dann die Punkte.

F: Okay dann schauen wir doch mal wie das am Sonntag läuft. Ich hoffe wir sehen ein spannendes und faires Spiel. Für den Rest der Saison wünsche ich euch schon mal alles Gute, ich würde mich freuen wenn Ihr der 2. Liga erhalten bleibt. Zum Abschluss noch der obligatorische Tipp: Ich hoffe du wirst mir verzeihen wenn ich auf ein 0:2 zu Gunsten der SpVgg tippe, wir wollen ja oben dabeibleiben. Wie schaut dein Tipp aus?

A: In der aktuellen Runde sind wir zu Hause im Sandhäuser Hardtwaldstadion noch ungeschlagen und das soll auch am Sonntag so bleiben. Fürth ist aktuell nicht mehr so in Form wie zu Beginn der Saison, aber noch stark genug um ein Wörtchen im Aufstiegskampf mitzureden. Daher wäre ich mit einen Unentschieden eigentlich schon zufrieden. Ich tippe aber auf ein 1:0 für unseren SVS.
Allen Fürther Fans wünsche ich eine gute Anreise und eine schöne Zeit in Sandhausen. Vielleicht können wir beim Rückspiel nächstes Jahr im Mai dann gemeinsam feiern. Ihr den Aufstieg und wir den Klassenerhalt.

Eine gemeinsame Feier im Ronhof, da wird dir sicher kein Fürther widersprechen. Stefan, ich bedanke mich sehr für das Interview!

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