Kategorie-Archiv: Saison 13/14

25. Spieltag | SpVgg Fürth – Union Berlin 1:1

Es bleibt spannend. Nach zwei – wenig glänzenden Siegen – trennt sich die Spielvereinigung heute Unentschieden von den “Eisernen” aus Berlin. Im Großen und Ganzen geht das Ergebnis so in Ordnung. Aus Fürther Sicht darf man sich freuen, dass wir einen Aufstiegskonkurrenten auf Distanz gehalten haben und dass sich die spielerische Leistung der Mannschaft im Gegensatz zu den letzten Spielen deutlich verbessert hat. Grundproblem ist und bleibt allerdings unsere mangelhafte Chancenverwertung bzw. das Offensivspiel vor dem Gegnerischen Tor – daran muss dringend gearbeitet werden für den Endspurt dieser Saison.

Union Berlin ist kein leichter Gegner, dass muss man in aller Deutlichkeit sagen. Auch wenn die SpVgg mehr Spielanteile hatten – ständig waren die Berliner gefährlich. Besonders das Umschaltspiel von Union war teilweise ein echtes Problem. So zum Beispiel in der 22. Minute, als die ganze Nordtribüne die Luft anhält wie Terrode alleine auf Hesl zuläuft. Zum Glück kommt Mavraj im letzten Moment noch an den Gegner ran. Das Spiel ist intensiv und sehr Zweikampfbetont, Schiedsrichter Florian Meier hat das Spiel im insgesamt aber im Griff. (Stephan Fürstner leider mit der fünften Gelben Karte).

Es geht hin und her, das Kleeblatt aber etwas besser und spielbestimmender als die Berliner. Leider gelingt Union der Führungstreffer. Ähnlich wie gegen Köln behindern sich zwei Fürther nach einem Freistoß gegenseitig. Sehr ärgerlich. Hoffnung für die zweite Halbzeit ist aber genug da, schließlich sind wir ja diese Saison schon so oft zurückgekommen. Trotzdem: Mit Toren aus dem Spiel tuen wir uns in letzter Zeit schon sehr schwer. Der Ausgleich fällt nämlich wieder nach einem Standard, nach einer Ecke genauer gesagt. Benedikt Röcker verlängert und am zweiten Pfosten lauert Ilir Azemi, ausgerechnet Azemi möchte man schon fast sagen. Tatsächlich sein erstes Tor als Profi im Ronhof. Ich freue mich wahnsinnig für Ihn.

Doch es bleibt beim 1:1, soviel vorweg. Die Spielvereinigung ist spielbestimmend (kein leichtes Unterfangen gegen Union) aber entscheidende Offensivaktionen gelingen nicht mehr. Trotzdem war ich doch recht zufrieden mit dem Auftritt unserer Mannschaft. Die Formkurve geht eindeutig wieder nach oben. Ich bin guter Dinge, dass wir gegen Dresden und Düsseldorf den 2. Platz verteidigen können. Leider fehlen uns für das nächste Spiel nun Fürstner und Mergim Mavraj, der kurz vor Ende noch die gelb-rote Karte kassiert hat, aus meiner Sicht heraus nicht wirklich berechtigt.

Hervorzuheben gibt es heute vor allem zwei Spieler: Zum einen Ilir Azemi, der wieder getroffen hat. Aber nicht nur sein Tor, sondern seine gesamte Spielweise war heute erste Sahne. Unermüdlich laufend und kämpfend hat Azemi plötzlich all jene Kritikpunkte entkräftet, die im in der Hinrunde noch zu Recht vorgeworfen worden sind. Er bewegt sich viel, ist torgefährlich und arbeitet gut nach hinten mit. Das schönste aber ist seine enorme Ballsicherheit und sein Zweikampfpotential – teilweise mussten die Berliner sogar drei (!) Mann bemühen um Ilir vom Ball zu trennen. Auch sein Passspiel hat sich verbessert. Für mich erstmal die ganz klare Nummer Eins im Sturm. Der zweite ist Thomas Pedl, den Frank Kramer im Spiel gegen den VfL gegen den zuletzt äußerst schwachen Baba tauschte. Richtig so! Auch gegen Union hat Pledl bewiesen, dass er Talent hat und die Außenbahn die bessere Position für Ihn ist. Noch gelingt nicht alles, aber die Ansätze sind vielversprechend. Bitte so weitermachen, dann dürfte Ihm der Stammplatz erstmal sicher sein.

Hesl – Brosinski, Mavrajyellow_red, Röcker, Gießelmann – Pledl (88. Weilandt), Fürstneryellow (77. Trinks), Sukalo, Stieber – Djurdjic, Azemi (88. Mudrinski)
Tore: 1:1 Azemi (56.)

24. Spieltag | VfL Bochum – SpVgg Fürth 0:2

Die Spielvereinigung gewinnt das wichtige Auswärtsspiel beim VfL Bochum mit 0:2. Die Fürther konnten sich nach dem schwachen Spiel gegen den FSV Frankfurt nur in der Defensive steigern, das Problem der Abschlussschwäche bleibt.

Komischersweise waren beide Mannschaften in der ersten Halbzeit besser als in der zweiten Hälfte. Es war ein ordentliches, stellenweise sogar spannendes Zweitligaspiel. Die SpVgg war bemüht das Spiel im Mittelfeld an sich zu reissen. Offensiv versuchte man es meistens mit schnellen Kombinationen über die Flügel. Der VfL dagegen probierte, das Fürther Mittelfeld mit langen Bällen auf Aydin und Sukuta-Pasu zu überbrücken. Beides gelingt nur leidlich. Es ist ein zerfahrenes Spiel geprägt von mangelnder Ballkontrolle und einer hohen Fehlpassquote auf beiden Seiten. Tendenziell ist die Spielvereinigung zwar die bessere Mannschaft, aber in zählbares lässt sich das nicht umsetzen.

Kurz vor der Halbzeitpause überzeugt Schiedsrichter Stieler mit kreativer Vorteilsauslegung und pfeift Freistoss, obwohl nach Foul an Füllkrug der Vorteil schon längst verpufft ist. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Peter Stöger für das überschwängliche und zum damaligen Zeitpunkt unbegründete Lob für unsere Standards. Seitdem flutscht es einfach. Daniel Brosinski ist diesmal der Künstler, der den Ball ins Tor zirkelt.

Nach der Pause bleibt das Kleeblatt passiv und lässt den VfL Bochum das Spiel machen. Normalerweise nicht die empfohlene Vorgehensweise wenn man nur mit einem Tor vorne liegt, aber in dieser Begegnung das richtige Rezept. Die Bochumer Offensive bleibt trotz hoher Spielanteile erschreckend harmlos, und man muss eigentlich zu keinem Zeitpunkt die Befürchtung haben, dass den Gastgebern der Ausgleich gelingt. Die Fürther kommen selber aber überhaupt zu keiner Offensivaktion mehr. Dafür steht die Defensive auch ohne Mavraj wie eine Eins. Gegen Ende kann die SpVgg dann endlich auch mal ein paar Konter fahren und Ilir Azemi trifft zum 0:2.

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass die Fürther es diese Saison hervorragend schaffen sich dem Niveau des Gegners anzupassen. Mal spielt man absolut auf Augenhöhe mit dem Tabellenführer aus Köln, dann muss man sich wieder mit Müh und Not gegen Frankfurt und Bochum zu einem Sieg quälen. Es ist und bleibt die berühmte Wundertüte, jeder Punkt muss hart erkämpft werden, auch gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte. Ich vermute einfach mal das wir diese Saison keinen Hurrafussball wie in der Aufstiegssaison mehr sehen werden. Dafür ist diese Mannschaft einfach noch zu jung und noch nicht genug eingespielt.

SpVgg Greuther Fürth: Hesl – Brosinski, Korcsmar, Röcker, Gießelmann – Fürstner (72. Sukalo), Sparv – Pledl, Stieber, Füllkrug (76. Azemi), Djurdjic (82. Trinks)
Tore: Brosinski (41.), Azemi (90.+1)

Vorschau auf den 24. Spieltag: Auswärts beim VfL Bochum

Bei Twitter ist man dazu gezwungen, komplizierte Sachverhalte mit möglichst wenig Worten auszudrücken. Wozu also das taktisches Konzepte des Gegners analysieren, einen Blick auf die Personalsituation werfen und einen Vorbericht schreiben, wenn es doch so viel kürzer geht? Der geschätzte Marcel beweist es:

 

In diesem Sinne. Und wer weis, vielleicht haben bis Montag ja schon wieder alle für uns gespielt.

23. Spieltag | SpVgg Fürth – FSV Frankfurt 3:2

Vom ersten Eindruck soll man sich nicht täuschen lassen. “Mehr kann man einen Sieg nicht zusammengurken. #Fürth” habe ich Sonntag kurz nach dem Spiel auf Twitter geschrieben. Nein, gut war das Spiel der Weiß-Grünen Helden am Sonntag wirklich nicht. Viele waren am Sonntag nicht zufrieden mit der Leistung der Mannschaft, trotz des Sieges und der drei Punkte. Ich verstehe diese Haltung, und ich hatte mir angesichts der letzten Partien auch etwas anderes für dieses Spiel ausgerechnet. Aber es bleibt einfach dabei: Keine Mannschaft in dieser 2. Bundesliga ist so wirklich konstant, und jedes Spiel gleicht einer Wundertüte. Nie kann man so genau wissen was man heute wohl herausholen wird.

fsvfrankfurt

Zu Beginn stand allerdings die Verwunderung über den – äußerst sehenswerten – Führungstreffer von Niko Gießelmann per Freistoß nach nur 10 Minuten. Standards, auf ein mal eine völlig neue, ungewohnte Qualität des Kleeblatts. Doch wer nun meinte dass die SpVgg selbstbewusst weiterspielen würde, wurde bitter enttäuscht. Stattdessen spielten die Frankfurter, natürlich im Rahmen ihrer Möglichkeiten, doch mit deutlich mehr Spielanteilen als die Männer mit dem Kleeblatt auf der Brust. Chancen blieben rar, doch in Sachen »dann helfen wir dem Gegner halt nach« waren am Sonntag beide Teams spitze. Den Anfang macht Baba, der sich im eigenen Strafraum doppelt verschätzt und dann seinem Gegenspieler auch noch von hinten ein Bein stellt. Elfmeter. Meine wutbedingten Bissspuren am drei Meter entfernten Wellenbrecher sind sicher noch da. Kurz vor der Halbzeit dann auch noch die Führung für Frankfurt, diesmal unterstützt von der gesamten (rechten) Defensive.

Schwärzeste Verzweiflung in der Halbzeit. Wenn das so weitergeht schießt eher Frankfurt noch eins als wir. Ich suche Trost in der Tatsache, dass jetzt wenigstens Richtung Nordtribüne gespielt wird. Vielleicht hilft ja das. Doch die SpVgg kommt immer noch wie gelähmt aus der Pause. Wenig läuft nach vorne, es hagelt Fehlpässe und Ballverluste. Wenn hier noch was geht, dann nur mit viel Glück und der berühmten Brechstange. Und wir haben Glück, den in der 73. Minute zeigt Schiedsrichter Dankert nochmal auf den Punkt, diesmal aber für uns. Zuvor hat Frank Kramer versucht, mit der Einwechslung von Niclas Füllkrug und vor allem Nico Djurdjic doch noch etwas Schwung in die Partie zu bringen.

Stephan Fürstner fasst sich ein Herz und haut das Ding ins Netz. Jetzt haben wir immerhin ausgeglichen, angesichts des Spielverlaufs darf man damit sogar glücklich sein. Das äußerst unangenehme Szenario, mit null Punkten aus diesem Spiel herauszugehen, weicht erstmal dem einer Punkteteilung. Das wäre nicht gut, aber grade noch so Ok, denn die meisten Tabellennachbarn haben auch nicht gewonnen. Wir haben uns schon mit dem Unentschieden abgefunden, dann aber das unglaubliche: Mavraj trifft nach einer Ecke per Kopf. Wieder gelingt uns kurz vor Ende per Standard ein Tor, jetzt in drei Spielen hintereinander. Total verrückt, das komplette Spiel gedreht.

fsvfrankfurt

Trotz allem: Die Kritik ist natürlich gerechtfertigt. Das Spiel war schlecht. So kann man längerfristig eigentlich nicht zu den Aufstiegskandidaten zählen. Ich denke dass die gesamte Mannschaft und die sportliche Leitung das Spiel auch richtig einschätzen können und werden. Die ersten Reaktionen nach dem Spiel gingen ja bereits in diese Richtung. Aber man sollte auch bedenken das es im nächsten Spiel schon wieder ganz anderes werden kann (und wird!) Wir dürfen nicht aufhören, auch in diesem Spiel das Positive zu sehen.

Denn: Endlich hat die Mannschaft auch mal versucht ein Partie nach Rückstand zu gewinnen, in der man eben nicht die besten Chancen hat und dem Gegner mal nicht überlegen ist. Ein Spiel, in dem man mehr Ballbesitz und mehr Torchancen hat (und wo der Ball einfach nur noch rein muss), kann man doch wesentlich einfacher umdrehen als eines, in dem man so schon Probleme mit dem Gegner hat. Ich möchte nur an die unseligen Niederlagen gegen Bochum oder Ingolstadt erinnern, beide im eigenen Stadion, wo ähnlich schlecht gespielt wurde, aber von einem richtigen Aufbäumen nach dem Rückstand nichts zu spüren war. Da hatte man sich mit dem Schicksal abgefunden. Ganz anders am Sonntag. Ja, die Beine waren schwer und es lief wenig zusammen, trotzdem hat man nichts unversucht gelassen. Und es wurde belohnt. Das hat mich ungemein gefreut, das hat mich beeindruckt.

Auch ein paar positive Aspekte im personellen Bereich möchte ich erwähnen. Zuerst natürlich die Rückkehr von Nicolai  Djurdjic, der seinen Kreuzbandriss vollständig auskuriert hat und uns endlich wieder zur Verfügung steht. Am Sonntag at man gesehen das er äußerst übermotiviert ist.  Ebenfalls zurück ist Goran Sukalo, seine ordnende Hand auf dem Platz hat uns zuletzt wohl etwas gefehlt. Gut gefallen hat mir außerdem das Stephan Fürstner beim Elfmeter Verantwortung übernommen hat.
Ansonsten: Unsere neue Stärke bei Standardsituationen ist ein Verdienst der ganzen Mannschaft, das sollte man nicht vergessen, vor allem bei den Spielern die zuletzt etwas in die Kritik geraten sind.

Am besten, wir lassen uns von dem Spiel nicht verrückt machen. Genügend Fussballweisheiten um das Spiel zu beschrieben gibt es ja eh schon.

SpVgg Greuther Fürth: Hesl – Baba, Röcker, Mavraj, Brosinskiyellow – Sparv (60. Djurdjicyellow), Fürstner – Stieber, Gießelmann, Trinks (74. Sukalo) – Azemi (52. Füllkrug)
Tore: Gießelmann (10.), Fürstner (73. Foulelfmeter), Mavraj (87.)

Dauerkarten-Sonderaktion

Die SpVgg bietet zur Zeit Dauerkarten-Inhabern an, ihre Jahreskarte für die nächste Saison zu den alten Konditionen zu verlängern – egal für welche Liga. Obendrein gibt es noch ein besonderes Plastikkärtchen, um an den 100. Jahrestag der ersten Deutschen Meisterschaft der Spielvereinigung zu erinnern. Hier ist meine:

cotbus

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