Kategorie-Archiv: Lizenzmannschaft

Relegation | SpVgg Fürth – Hamburger SV 0:0 | 1:1

Muss man nach diesen Relegationsspielen eigentlich noch etwas schreiben? Kann man überhaupt etwas schreiben? Es fällt mir unendlich schwer. Es fühlt sich nicht richtig an, es ist so traurig, so unfair. Zwei Spiele, zweimal hat unserer Mannschaft alles gegeben, zweimal hat die Spielvereinigung nicht verloren und trotzdem stehen wir nun mit leeren Händen da. Klar, Es war nicht zu erwarten, dass sich der HSV am Sonntag nochmal so präsentieren würde wie am Donnerstag. Das Führungstor hat diese düstere Vorahnung nur bestätigt. Unsere Jungs haben alles versucht, verdient ausgeglichen, hatten sogar das Siegtor auf dem Fuß, aber letztlich hat sich eben das bewahrheitet, was ich schon die ganz Saison gesagt habe: Als Bundesligist muss man sich schon unfassbar dumm anstellen, wenn man es nicht schafft in zwei Spielen in der Relegation die Oberhand zu behalten. Das es nun uns Fürther getroffen hat, so auf diese Weise, ist einfach unfassbar bitter.

Natürlich kann man mit einigem Recht argumentieren, dass die SpVgg ihre Chance im Hinspiel nicht ergriffen hat, die uns der HSV geboten hat. Ja, wir hätten in Hamburg mindestens ein Tor schießen müssen. Aber was ist das überhaupt für Verständnis von sportlicher Fairness, wenn der Kleine nur auf Fehler des Großen hoffen kann, ja hoffen muss, um irgendeine Aussicht auf Erfolg haben zu können? Wenn der Zweitligist darauf hoffen muss, dass der Bundesligist selber den Klassenunterschied aufhebt. Und das gleich in zwei Spielen? Warum gibt es eine völlig sinnbefreite Auswärtstorregel (noch dazu bei zwei Unentschieden!), warum gibt es überhaupt eine Relegation? Und bitte, von den schon fast grotesken Missverhältnissen zwischen den Lizenzspieleretats der beiden Vereine einerseits und Schuldenständen andererseits soll hier gar nicht die Rede sein. Auch wenn es wohl ungehört verhallen wird, kann man nur hoffen, dass die Liga das Thema Relegation noch einmal überdenkt. Und selbst wenn, dann lasst der 2. Liga doch bitte den Aufstiegsplatz, dann lasst den 15. gegen den 4. spielen, wie hier auf Zeit Online Sport beschrieben. Oder lasst es so machen wie in der Premier League. Irgendwas. Aber bitte nicht mehr so.

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Ja, ich bade gerade etwas im Selbstmitleid, aber es ist einfach so schade. Wiederaufstieg, das war eine vielleicht einmalige Chance, die sich uns in diesem Jahr geboten hat. Zukunftsvorhersagen machen im Fussball ja meistens nicht soviel Sinn, aber gerade wenn es um finanzielle Dinge geht kann man doch recht treffsichere Prognosen erstellen. Und da wage ich einfach mal zu behauptet, dass es für einen Verein wie die SpVgg Fürth, ohne Mäzen und Geldgeber, ohne reiche Sponsoren, ohne Steuergelder und mit einer relativ kleinen Fanbasis, es einfach von Jahr zu Jahr schwerer wird den Anschluss zu halten. Zum einen wird die Schere zwischen der Bundesliga und der 2. Liga immer größer, zum anderen tummeln sich in der 2. Liga mittlerweile dermaßen viele (Traditions-)Vereine mit Aufstiegsambitionen, dass man sich eigentlich keine Fehler erlauben kann, wenn man auf einen der ersten zwei Plätze landen möchte. Und natürlich kommen dieses Jahr auch wieder zwei Absteiger aus der Bundesliga hinzu, die möglichst sofort wieder “hoch” wollen. Selbst die Aufsteiger aus der dritten Liga haben reiche Geldgeber im Hintergrund und möchten aufsteigen. RB Leipzig hat sich letztes Jahr ein neues Nachwuchsleistungszentrum für 35 Mio. Euro hingestellt. Wie sollen wir da langfristig mithalten?

Aber vergessen wir die Positiven Seiten dieser Relegation nicht. Vielleicht hat die SpVgg in ihrer jüngeren Geschichte noch nie soviel Aufmerksamkeit und – gerade nach dem Spiel am Donnerstag – freundliche Anerkennung bekommen. Alle Beteiligten haben den Verein in einer wirklich breiten Öffentlichkeit gut präsentiert, vor allem natürlich die Spieler und Offiziellen, aber auch wir Fans. Das sind keine Hard Facts, davon können wir uns nichts kaufen, aber vielleicht hilft es für die Zukunft doch ein bisschen. Vor- und zwischen den Relegationsspielen war die ganze Stadt in einer freudig-erregten Anspannung und die Stimmung am Sonntag war einfach sensationell, ganz besonders nach Abpfiff. Das ganze Stadion hat eine Mannschaft gefeiert, die wahnsinnig tolle Saison gespielt und in der Relegation alles gegeben hat. Auch wenn es nun nicht gereicht hat, ich finde wir können doch etwas stolz sein.

 

29. Spieltag | FC Ingolstadt – SpVgg Fürth 0:0

Es sind die Spiele wie heute gegen Ingolstadt, die man um die Ohren genauen bekommt, wenn man sein Saisonziel nicht erreicht. Das Ziel der Spielvereinigung lautet nach der Englischen Woche ganz klar ‘Aufstieg’. Es war gut und richtig, diese Parole endlich auszugeben. An den Besucherzahlen heute konnte man deutlich sehen, dass die Fans den Weg nur zu gerne mitgehen möchten. Aber: Wenn man ein Ziel formuliert, muss man diesem auch selber gerecht werden. Das hat heute leider nicht geklappt. Ein Unentschieden in Ingolstadt ist zu wenig, und auch das Spiel selber gibt eine bessere Bewertung nicht her.

Es lässt sich wenig beschönigen heute. Wer aufsteigen will, darf die erste Hälfte nicht komplett verschlafen und sich so in die Defensive drängen lassen. Wer aufsteigen will, muss Möglichkeiten finden das gegnerische Pressing zu umgehen und darf am eigenen Strafraum keine Fehlpässe spielen. Wer aufsteigen will muss gegen den FC Ingolstadt mehr Zweikämpfe gewinnen und muss mal einen zweiten Ball zu einem Mitspieler bekommen.

Ja, die Zweite Halbzeit war besser. Viel besser. Aber leider nicht gut genug. Wenn man in die Bundesliga will, muss der Ball mal ein paar Stationen laufen können, ohne das der Gegner sofort wieder einen Fuß dazwischen bekommt. Wenn man in die Bundesliga will, muss man sich mehr Chancen herausspielen und vor dem Tor konsequenter agieren. Und vor allem: Wenn man in die Bundesliga will, muss in so einem Spiel der vermutlich entscheidende Elfmeter sitzen. Wenigstens im Nachschuss!

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So und nun genug geärgert! Ach Jungs. Heute wäre die Chance gewesen sich etwas abzusetzen. Ich hätte es euch und uns so gegönnt! Aber sind wir ehrlich: Es ist nichts passiert, es ist nichts verloren. Neun Spiele in Folge unbesiegt, dass ist doch auch etwas. Das erste Spiel seit dem 15. Spieltag ohne Tor, dazu nun ingesamt 50 Punkte. Gebetsmühle: Das haben wir vor der Saison nicht erwarten können. Am besten schauen wir einfach gemeinsam auf das nächste Spiel. Erzgebirge Aue, daheim im Ronhof. In der Hinrunde haben wir gegen Aue in einem mitreißenden Spiel unsere kleine Negativserie beendet. Wir starten nun einfach eine positive Serie. Und am Ende davon steigen wir in die Bundesliga auf.

Noch ein paar Worte zum Stadion in Ingolstadt. Der “Audi-Sportpark” ist brandneu, fasst gut 15500 Zuschauer, und hat so auch alles, was man von einem modernen Zweitligastadion erwartet. Dazu: Das Bier Alkoholfrei, das Essen nichts Besonderes. Die verzerrte Stimme des Stadionsprechers und die Musikuntermalung erinnert an die Fahrgeschäfte auf der Kärwa. Ansonsten: Ein Stadion auf der grünen Wiese halt. Mit vielen Parkplätzen in der Nähe und einer Wendeschleife für Busse. Im Ronhof schmerzlich vermisst. Trotzdem möchte ich für nichts auf der Welt tauschen.

SpVgg Greuther Fürth: Hesl – Brosinski, Mavraj, Röcker, Gießelmann – Fürstner, Šukalo – Pledl (87. Trinks), Stieberyellow (62. Baba), Djurdjic – Azemi (87. Drexleryellow)
Tore: Keine.

28. Spieltag | FC St. Pauli – SpVgg Fürth 2:2

Unentschieden gegen den FC St. Pauli. Kein Traumergebnis, aber mit dem Punkt und noch mehr mit dem Spiel an sich können wir eigentlich gut leben. Wäre da nicht der SC Paderborn..

Ich habe mich während des Spiels furchtbar geärgert. Zum Einen darüber, dass wir erst so spät ein Tor geschossen haben. Gut, das ist ja an sich normal, ich erwähne das aber, damit man versteht, dass sich bei mir schon eine gewissen Grundärgernis aufgebaut hatte. Das Zweite war der Schiedsrichter. Nicht das er für die eine oder die andere Mannschaft gewesen wäre. Nein, er war gegeben beiden. Sage und schreibe 10 (In Worten: zehn!) Gelbe Karten wurden am Freitagabend in Hamburg verteilt. Das ist zu viel. Aus meiner Sicht ist Schiedsrichter Daniel Siebert und seinen Assistenten das Spiel einfach entglitten. Dabei war es weder übermäßig hart oder unfair, nein es war ganz einfach ein intensives Spiel zwischen zwei Aufstiegskonkurrenten.

Leider war eine gelbe Karte auf jeden Fall berechtigt. Es ist die gegen Nico Gießelmann, die er wegen “unsportlichem Verhalten, mit der Absicht den Schiedsrichter zu täuschen” erhalten hat. Kurz, er hat eine Schwalbe gemacht. Im Strafraum, sogar mit Ball am Fuß. An der Szene gibt es keine andere auch Interpretationsmöglichkeit. Leider. Als ich das ganze gesehen habe war ich ehrlich gesagt enttäuscht und schockiert. Sowas gehört sich einfach nicht und ich möchte nicht, dass mein Verein mit solchen Szenen in Verbindung gebracht wird. Ich hoffe die sportliche Leitung wäscht Gießelmann ordentlich den Kopf.

Mehr gibt es nicht zu schreiben, denn ich habe mich vor und nach dem Spiel mit Maik im Millernton-Podcast über unsere beiden Vereine und das Spiel unterhalten. Hört mal rein, es lohnt sich!

Vor dem Spiel: Der Morgen danach… alle Aufstiegsträume verpufft. Alle Aufstiegsträume? Nein, Berufsoptimist Maik verfährt nach dem Motto “Im nächsten Spiel gibt es auch wieder drei Punkte!” und spricht mit Jakob vom Fürther-Flachpass über das Heimspiel am Freitag gegen die Sportvereinigung.

Nach dem Spiel: 2:2, Standard gegen Greuther Fürth, zumindest am Millerntor. Maik sprach mit Jakob vom Fürther-Flachpass Blog über das Unentschieden am Freitag Abend, über Schwalben und über den Saisonendspurt.

SpVgg Greuther Fürth: Heslyellow – Brosinski, Mavraj, Röcker, Gießelmannyellow – Weilandtyellow (88. Füllkrug), Fürstner, Šukaloyellow (57. Sparvyellow), Pledl – Azemi, Djurdjicyellow (79. Füllkrug)
Tore: 1:1 Benedikt Röcker (75.), 1:2 Ilir Azemi (78.)

27. Spieltag | SpVgg Fürth – Fortuna Düsseldorf 4:1

Es sind diese seltenen Momente, die das Fanleben wunderbar machen. Man steht mit einem verzückten Grinsen auf der Tribüne und freut sich, dass es einer dieser Tage ist an dem alles funktioniert. Zugegeben, oft erlebt man es als Fürther nicht, Aber das Spiel gegen die Fortuna aus Düsseldorf war ein einziges Fest. Es waren über 10.000 Zuschauer im Ronhof, die die Mannschaft mit voller Kraft unterstützen. Ein phantastischer Ilir Azemi macht zwei wunderbare Tore. Daniel Brosinski hält aus der Distanz einfach mal drauf und wird belohnt. Zoltan Stieber ist gedankenschnell. Pässe kommen wie am Schnürchen gezogen zum Mitspieler. Unsere weiß-grünen Helden laufen und kämpfen, und wenn mal etwas nicht klappt holen sie sich jeden Ball zurück. Mehr gibt es nicht zu sagen. Lassen wir die Bilder sprechen. Jungs, es war toll. Ich bin glücklich.

SpVgg Greuther Fürth: Hesl – Brosinski, Mavraj, Röcker, Gießelmann – Fürstner, Sukalo (84. Sparv) – Pledl, Stieberyellow, Djurdjic (62. Weilandt) – Azemi (81. Korcsmar)
Tore: 1:0 Azemi (39.), 2:0 Azemi (55.), 3:0 Brosinski (64.), 4:1 Stieber (78.)

26. Spieltag | Dynamo Dresden – SpVgg Fürth 1:1

Wie ärgerlich! Es war so zu hoffen, dass wir das positive Momentum der letzten Spiele weitertragen können. Aber nichts da: Nur einen magern Punkt kann die Spielvereinigung aus Dresden mitnehmen – Immerhin der Vorletzte der Tabelle. Auch spielerisch bleiben die Fürther leider wieder weit hinter den Erwartungen zurück.

Die Spielvereinigung beginnt stark, aber nach zehn ordentlichen Minuten beginnt das Spiel seinen verhängnisvollen Verlauf zu nehmen. Dynamo beginnt, die Fürther früh im Spielaufbau zu stören. Statt nun selbstbewusst mit Kombinationsfussball zu reagieren werden unsere weiß-grünen Spieler immer unsicherer. Niemand traut sich mehr etwas. Die Folge sind hohe Bälle ins Mittelfeld, die das gegnerische Pressing überwinden sollen. Das funktioniert gegen Dresden aber überhaupt nicht. Die Gründe dafür sind vielfältig: Djurdjic und Mudrinski tun sich im Kopfballduell mit den gegnerischen Innenverteidigern und defensiven Mittelfeldspielern schwer. Zweite Bälle können kauf fest gemacht werden. Der Ausfall von Mavraj und Fürstner wiegt nun doch schwer, denn es fehlt völlig an Kreativität und Ideen im Spielaufbau.

Das größte Problem ist aber das von Frank Kramer gewählte 4-4-2 System. Bei vielen Gegnern eine in der Vergangenheit äußert effektive Taktik, doch gegen Dresden leider genau die falsche Aufstellung. Es gelingt nicht einfach, im Mittelfeld eine Überzahlsituation zu kreieren, die beiden Stürmer hingen völlig in der Luft. Vielleicht ist dieses Spiel das erste, in dem man unserem Trainer einen wirklichen Fehler unterstellen kann. Kramer versucht zu korrigieren, aber die erste Halbzeit über gelingt gar nichts. Sparv erwischt einen rabenschwarzen Tag, auch die Außenbahnen schwächeln. Man kann nur froh sein, dass Dresden zwar mehr und mehr das Spiel an sich reißt, offensiv aber oft recht unbedarft zu Werke geht.

Andere Mannschaften wären in dieser ersten Halbzeit längst in Führung gegangen. Dynamo versäumt dies, wobei man den Dresdnern beileibe nicht den Willen absprechen kann. Aber es mangelt an Ideen und manchmal auch am Können. Man muss dabei auch sagen: Die Defensive der Fürther steht, hier fällt das Fehlen von Mavraj nicht so auf. Und da nach Vorne eh sehr wenig geht, kommt Dresden kaum an die Gelegenheit die Hintermannschaft der SpVgg unorganisiert zu erwischen.

Nun die zweite Hälfte. Man glaubt ja oft, nach ein-zwei Minuten erkennen zu können, ob die Mannschaft anders aus der Kabine kommt, oder ob es so weitergeht wie vor der Pause. Diesmal dauert es aber etwas, aber so langsam nimmt das Fürther Spiel wieder Gestalt an. Nach gut zwanzig Minuten kommt Azemi ins Spiel, jetzt wird auch das eine oder andere Kopfballduell gewonnen. Die Spielvereinigung erhöht das Tempo, doch ach, zu richtigen Torchancen kommen wir nicht. Vielleicht ein Standard? Da war in der Vergangenheit doch einiges! Tatsächlich, in der 70. Minute wird Nico Djurdjic knapp an der Strafraumgrenze gefoult und tritt zum folgenden Elfmeter selber an – erfolgreich.

Die Freude währt nur kurz, denn auch auf der anderen Seite gibt es Strafstoß, der ebenfalls verwandelt wird. Aus meiner Sicht eine Schwalbe, aber leider ebenso ungeschickt von Brosinski, erst im Strafraum versuchen zu stören. Den Schlusspunkt in dieser unglückseligen Partie setzt ein Tor von Florian Trinks und Tom Weilandt, das wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht gegeben wurde. Gut, verdient wäre es sicher nicht gewesen, trotzdem ärgert es.

Was ist aus der Partie mitzunehmen? Es bleibt spielerisch wohl wie prophezeit ein ständiges Auf und Ab, bis zum bitteren oder süßen Ende. Eventuell reicht es zum Aufstieg ja. Sehen wir es positiv: In der Hinrunde hätten wir dieses Spiel sicher verloren.

SpVgg Greuther Fürth: Hesl – Brosinskiyellow, Korcsmar, Röcker, Gießelmann – Sukaloyellow, Sparv – Pledl, Stieber (86. Weilandt) – Djurdjic (80. Trinks), Mudrinski (64. Azemi)
Tore: 0:1 Djurdjic (71./Foulelfmeter)
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