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14. Spieltag | SpVgg Fürth – SC Paderborn 3:0

Freitagsabend in der Zweiten Bundesliga. Schnell aus der Arbeit ins Stadion – Heimspiel! Als ich am Stadion bin hört man aus den Lautsprechern schon die Mannschaftsaufstellung. Keine Ahnung was uns heute gegen den SC Paderborn erwartet, immerhin der 7. der Tabelle. Beenden wir die kleine Krise in die wir durch ein gutes, ein mittelprächtiges und ein schlechtes Spiel gerutscht sind nun endgültig? Oder sind wir gar nicht raus und müssen uns erst mal Richtung Tabellenmitte orientieren? Ich hab nicht mal eine Vorahnung, das schreit quasi nach einem Bier. Dafür reicht die Zeit vor Anpfiff noch.

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Die Anfangsphase ist ausgeglichen, keine Mannschaft weiß so recht, was sie vom Gegner zu erwarten hat. Paderborn hat die erste Chance, dann kommt die SpVgg aber besser ins Spiel, denn die Ostwestfalen verzichtet fast gänzlich auf Angriffspressing und greifen uns kaum in der eigenen Hälfte an. Meiner Meinung nach ein großer Fehler, denn in der Vergangenheit hatten wir gerade dann beim Spielaufbau die insgesamt größten Probleme. Ich bin mir sicher das man sich in Paderborn dabei durchaus was gedacht hat, aber auch im Mittelfeld schafft es der Gegner nicht oft genug dem Kleeblatt den Ball abzunehmen. Außerdem leistete sich Paderborn jeden Menge Fehlpässe, so das der Ball bald immer wieder in unseren Reihen ist. Insgesamt präsentiert sich die Paderborner Offensive in der ersten Halbzeit erschreckend harmlos.

Dafür klappt es in der Defensive besser und in der ersten halben Stunde will es der SpVgg einfach nicht so recht gelingen wirklich gefährlich vor das Gegnerische Tor zu kommen. Im Block regen sich die ersten denen die Torchancen fehlen. Es ist schon komisch wie verschieden man so ein Fussballspiel erleben kann, aber mir hat am Freitag auch die erste halbe Stunde gut gefallen. Das man sich am Anfang von so einem Spiel gegen einen tief stehenden Gegner nicht im Minutentakt Chancen erarbeiten kann sollte doch eigentlich klar sein. Da muss man eben etwas abwarten und Geduld zeigen. Ich hatte jedenfalls in der ersten Halbzeit zu keinem Zeitpunkt das Gefühl das wir das Spiel irgendwie verlieren könnten wenn wir individuelle Fehler vermeiden können. Zu Ballsicher, zu konzentriert im Spielaufbau – nur eine Frage der Zeit bis wir in Führung gehen sollten, oder?

In der 30. Minute ist es dann soweit: Über Links bereiten Baba und Niko Gießelmann (die am Freitag wieder hervorragend harmonieren) vor, Gewurschtel im Strafraum, Mudrinski schießt den Paderborner Torwart an, von dem prallt Ball zu Stieber und der verwandelt. Jetzt sind auch meine Stehplatz-Nachbarn erst mal beruhigt. Kurz danach fällt auch noch das 2:0, und bei diesem Tor zeigt das Kleeblatt mal wieder was uns in dieser Saison schon oft ausgezeichnet hat. Schnelles Umschaltspiel und Abschlussstärke vorm Tor. Balleroberung im Mittelfeld, langer Ball nach vorn, Trinks verlängert und dann macht Ognjen Mudrinski wirklich alles richtig: Zuerst startet er im richtigen Moment um nicht ins Abseits zu geraten, dann lässt er sich nicht von den heraneilenden Innenverteidigern beeindrucken sondern stoppt kurz, dreht sich mit dem Rücken zum Tor um die eigene Achse und knallt den Ball an Gegenspieler und Torwart vorbei ins Netz – sehr sehenswert!!

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Halbzeit. Die Sprechanlage ist ausgefallen. Wunderbar, kein Krach und man kann darüber diskutieren warum der Paderborner Torwart ausgewechselt wurde. Verletzung beim ersten Tor? “Der mog hald nimmer!” behauptet einer neben mir. Das möchte ich nur zugern glauben. Ich hol mir noch ein Bier bevor wir zur zweiten Halbzeit schreiten.

Das Kleeblatt beginnt druckvoll, so wie die erste Halbzeit aufgehört hat. Die Entscheidung muss her! Jetzt haben wir wirklich Chancen im Minutentakt, leider fällt kein Tor. Paderborn wird teilweise so in der eigenen Hälfte eingeschnürt das sich sogar die Innenverteidiger nach vorne wagen. Das ermöglicht den Paderbornern Konter. Als Stürmer dürfte es in der 2. Bundesliga aber wenige Situationen geben die so depremierend sind als wie alleine auf Wolfgang Hesl zulaufen zu müssen. Den zweiten Konter entschärft Tim Sparv mit einem glänzenden Tackling, dann reagiert Frank Kramer und bringt Stephan Fürstner um das defensive Mittelfeld zu stärken.

10 Minuten später dann die Szene die das Spiel endgültig entscheiden sollte: Vrancic grätscht im Mittelfeld Florian Trinks um; zwar nicht wirklich von hinten weil Trinks sich im letzten Moment umdreht, trotzdem ist der folgende Platzverweis aus meiner Sicht berechtigt: Vranicic attackiert aus vollem Lauf, ohne Chance an den Ball zu kommen und trifft nur die Beine von Trinks. Die Paderborner protestierten, Thomas Bertels übertreibt es dabei aber gewaltig und zeigt Schiedsrichter Ittrich den Vogel – nochmal Rot.

Das Spiel ist gelaufen, die Restspielzeit wird wahlweise vorsichtig oder souverän heruntergespielt. Thomas Kleine darf nochmal ran, Zoltan Stieber trifft zum 3:0 Entstand. Krise gemeistert. Oder? Auf jeden Fall hab ich am Freitag ein sehr ordentliches Spiel gesehen. Keine wirklich großen Fehler, eine insgesamt sehr solide Abwehrleistung und auch mit der Offensive durfte man zufrieden sein. Jetzt warten in der Hinrunde noch der TSV 1860 München, Energie Cottbus und Sandhausen auf uns, dann kommen vor der Winterpause noch die Rückspiele gegen Bielefeld und Aalen. Ich lehn mich jetzt mal aus dem Fenster und behaupte das wir auf einem Aufstiegsplatz überwintern – und dann sehn wir einfach mal weiter.
Auf gehts, Kleeblatt!

SpVgg Greuther Fürth: Hesl – Brosinski, Mavrajyellow, Korcsmár (79. Kleine), Baba – Stieber, Trinks, Sparvyellow(84. Zillner), Gießelmann – Mudrinski (63. Fürstner), Füllkrug
Tore: Stieber (30.), Mudrinski (34.), Stieber (83.)
Besondere Vorkommnisse: (75 Minute) Platzverweis für Vrancic (grobes Foulspiel) und Bertels (Schiedsrichterbeleidigung)

Links rum um die Spielvereinigung

1. Gestern abend war im VIP-Gebäude Fanstammtisch. Vom Sportlichen Teil der SpVgg waren Frank Kramer, Rouven Schröder und Stephan Fürster anwesend um sich den Fragen der Fans zu stellen. Der Kleeblattblog fasst den Abend ausführlich zusammen.

2. Die ARD hat das komplette Archiv aller Tore des Monats inklusive Filmaufnahmen online gestellt. Dort findet sich natürlich auch das bisher einzige Tor des Monats von einem Fürther;
Lorenz Hilkes per Kopf zum 2:0 gegen den FC Homburg am 4. Februar 1977.

3. Die beiden Langzeitverletzten Nikola Djurdjic und Sebastian Tyrala sind wieder ins Lauftraining eingestiegen, melden die Fürther Nachrichten.

4. Effzeh.com Powerranking: Die Kölner Fans fassen die Lage der 2. Liga zusammen und ordnen die Vereine nach gefühlter Stärke. Dank dem Sieg in Aue klettert das Kleeblatt wieder auf Platz 3.

5. Seit einigen Wochen liegt der Jahresbericht 2012/13 der “Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze” (ZIS) vor. Dem Angriff auf Fans der SpVgg, die sich auf dem Heimweg vom Spiel auf Schalke befanden, ist dem Bericht eine extra Erwähnung wert. Unter dem Punkt 5.8 (Sicherheitsstörungen auf Reisewegen) wird von einer “konspirativen Vorgehensweise und von kriminellen Energie herausragender Sachverhalt” und einem “planmäßig vorbereiteten und zielgerichtet durchgeführten Überraschungsangriff” gesprochen.

6.Halb Deutschland ist Sportdirektor“. Die Sportlichen Leiter Rouven Schröder und Jens Todt (Karlsruher SC) im Interview beim Wirtschaftsmagazin brand eins. Mit besonderem Blick auf das nötige Verhandlungsgeschick und die Sorgen kleiner Vereine.

7. Die SpVgg spielt heute im Freitagsabendspiel gegen den SC Paderborn (aktuell 7. der Tabelle). Auf Schwarz und Blau gibt es eine kurze Vorschau aus Sicht der Ostwestfalen. Weil sie Franken mit Bayern verwechseln müssen die Punkte aber leider hier bleiben. Anpfiff ist um 18:30 im Sportpark Ronhof.

13. Spieltag | FC Erzgebirge Aue – SpVgg Fürth 2:6

Auer Wetter? Nicht mit uns! Je näher wir am Samstagmorgen dem Erzgebirge kommen, desto mehr klart sich der Himmel auf, und als wir fast in Aue sind scheint sogar die Sonne. Aus dem Norden kommend fahren wir über die Lößnitztal-Brücke Richtung Aue hinein und dort liegt links im Tal schon das Erzgebirgsstadion. Was so Flutlichtmasten ausmachen! Sofort fühlt es sich nach Fussball an. Auf den Straßen wimmelt es von lila-gekleideten Einheimischen die das Auto mit Kleeblatt-Fahne misstrauisch mustern. Wir fahren einmal ums Stadion zum Gästeblock.

Das Stadion ist wohl das was man so gern als “old-school” bezeichnet: Ein Ring. Laufbahn (lila!). Die Anzeigetafel aus dem Parkstadion. Flutlicht. Viele Stehplätze. Zuschauer die von oben ins Stadion strömen. Und ein Feuerwehrauto das wie in der Landesliga bei der SG Quelle an der Zufahrt zum Innenraum parkt.

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Das wichtigste Thema im Block: Die lange Schlange am einzigen Verpflegungsstand. Große Sorge dass man keine Portion des “legendären” Auer Nudeleintopfs mehr abbekommt. Tatsächlich sind die Vorräte knapp. Also Bier und Bratwurstsemmel.
Thema Nummer 2: Schon wieder Orange! Hätte man für solche Fälle nicht einfach wie letztes Jahr grüne Hosen besorgen können? Ansonsten Gesprächsstoff: Frank Kramer hat offensichtlich das System und die Startelf geändert. Füllkrug und Mudrinski sollen die Doppelspitze stellen. Einhellige Meinung das dass nach den letzten Spielen die richtige Maßnahme ist. Endlich geht es los. Zuvor aber wird gesungen. Bergleute, Hammer und Schlegel. Steigerlied. Wir antworten mit einer kleinen Choreo, Fahnen und etwas Rauch. Glück auf!

Das Glück ist aber erst mal auf unserer Seite. Schlampiger Rückpass der Auer, schlampiges Herauslaufen des Torwarts. Füllkrug nimmt den Ball gekonnt mit der Hacke mit (Zeitlupenwissen), lässt einen Verteidiger aussteigen und schiebt zum 0:1 ein. Die Freunde im Gästeblock hält noch an, da zeigen Bronsinski und Trinks einen sehenswerten Angriff über die rechte Seite. In der Mitte Füllkrug und es steht 0:2. Grenzenlose Freude. Dieser Moment, in dem die Ungewissheit weicht, die man eine ganze Woche aufgebaut hat und man sich so langsam über einen Sieg freuen kann, den kennt wohl jeder Fussballfan. Und dann fällt auch noch das 0:3. Wieder Füllkrug? Das kann doch nicht sein. Ein Blick aufs Smartphone. Tatsache. Hattrick. Von der SpVgg. Schneller als Lewandowski. Für einen Moment fühlt man sich eins mit der großen Fussballwelt.

Aue ist angeknockt, aber nicht geschlagen. Unkonzentriertheiten im Aufbauspiel lassen die Veilchen immer wieder zu Chancen kommen. Außerdem weht ein starker Wind durchs Tal, dadurch werden die eh schon gefährlichen Auer Standards noch gefährlicher. In der 25. Minute folgerichtig das Gegentor durch eine Ecke. In der Halbzeit weht der Wind nicht mehr und jetzt kann man auch auf der anderen Seite durch Standards treffen, 2:3. Zum Glück kann man gar nicht über die Möglichkeit nachdenken dass das mit dem sicher geglaubten Sieg doch ein Trugschluss war, denn im direkten Gegenzug erhöht das Kleeblatt wieder auf zwei Tore Abstand. Noch ein Stürmertor! Diesmal Mudrinski. Dass es ein Eigentor war wissen wir da noch nicht, macht aber ja eigentlich nichts. Das Spiel ist gelaufen. Stieber darf nochmal per Strafstoß ran, Baba darf nochmal für Füllkrug vorbereiten. 2:6 Endstand.

Es geht heimwärts. Endlich mal wieder ein gelungenes Spiel, endlich mal wieder ein Sieg. Zwar hat man durchaus gesehen dass es noch einige Problemstellen gibt, vor allem im Spielaufbau bei gegnerischem Angriffspressing, aber das wird sicher auch unter Kontrolle zu bringen sein. Und endlich wurden mal konsequent alle Torchancen genutzt. Kurz nach Hof meldet Bayern 1 dann auch noch das Felix Klaus für Freiburg getroffen hat. Besser als heute kann die Chancenverwertung eigentlich nicht mehr werden.

SpVgg Greuther Fürth: Hesl – Brosinski, Mavrajyellow, Korcsmáryellow, Baba – Sparv – Stieber, Trinks (86. Kleine), Gießelmann (81. Zillner) – Füllkrug, Mudrinski (72. Kraus)
Tore: Füllkrug (5., 8., 17.), Rau (ET 45.+2), Stieber (56.), Füllkrug (86.)

12. Spieltag | SpVgg Fürth – FC Ingolstadt 0:1

Heimspiel. Favorit. Positive Bilanz. Zuversicht. Enttäuschungen. Zeichen setzten. Zurück in die Spur. Den Bock umstoßen. Reinbeissen. Tugenden. Verunsicherung. Länderspielpause. Defensivleistung. Aufraffen. Viel investieren. Zuversicht. Konsequenzen. Ins Stadion. Stimmung. Anfeuern. Zum ersten mal beim Fussball. Startelf.

Anpfiff. Unsicherheit. Gegentor. Mangelndes Selbstvertrauen. Spitzentorwart. Mannschaft. Nackenschlag. Wut.  Trauer. Zorn. Verzweiflung. Hoffnung. Ruhe bewahren. Erste Halbzeit.

Kein Rhythmus. Unter Druck setzen. Junge Mannschaft. Gefühlszustände. Reinhauen. Torchance. Stürmer. Verletzungspech. Fehlende Fitness. Falscher Zeitpunkt. Bolzen. Den Ball über die Linie drücken. Akzeptanz. Anfeuern. Chancen. Rote Karte. Exverein. Torwart. Schlusspfiff. Schiedsrichter.

Haben Moral gezeigt. Aufgaben. Weiter hart arbeiten. Schlüssel. Die Chancen die wir hatten. Bilanz. Nicht unverdient. Keine Erklärung. Punkteausbeute. Keine Krise. Trainieren. Erfolgserlebniss. Aue. Ruhe bewahren. Keine Frage. Glückwunsch.

Niederlage. 0:1 gegen den FC Ingolstadt.

SpVgg Greuther Fürth: Hesl – Brosinski, Korcsmár, Mavrajyellow, Gießelmannyellow – Stieber, Trinksyellow, Sparv, Zillner (55. Mudrinski), Pledl (79. Weilandt) – Azemi (55. Füllkrug)
Tore: Keine
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