23. Spieltag | SpVgg Fürth – FSV Frankfurt 3:2

Vom ersten Eindruck soll man sich nicht täuschen lassen. “Mehr kann man einen Sieg nicht zusammengurken. #Fürth” habe ich Sonntag kurz nach dem Spiel auf Twitter geschrieben. Nein, gut war das Spiel der Weiß-Grünen Helden am Sonntag wirklich nicht. Viele waren am Sonntag nicht zufrieden mit der Leistung der Mannschaft, trotz des Sieges und der drei Punkte. Ich verstehe diese Haltung, und ich hatte mir angesichts der letzten Partien auch etwas anderes für dieses Spiel ausgerechnet. Aber es bleibt einfach dabei: Keine Mannschaft in dieser 2. Bundesliga ist so wirklich konstant, und jedes Spiel gleicht einer Wundertüte. Nie kann man so genau wissen was man heute wohl herausholen wird.

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Zu Beginn stand allerdings die Verwunderung über den – äußerst sehenswerten – Führungstreffer von Niko Gießelmann per Freistoß nach nur 10 Minuten. Standards, auf ein mal eine völlig neue, ungewohnte Qualität des Kleeblatts. Doch wer nun meinte dass die SpVgg selbstbewusst weiterspielen würde, wurde bitter enttäuscht. Stattdessen spielten die Frankfurter, natürlich im Rahmen ihrer Möglichkeiten, doch mit deutlich mehr Spielanteilen als die Männer mit dem Kleeblatt auf der Brust. Chancen blieben rar, doch in Sachen »dann helfen wir dem Gegner halt nach« waren am Sonntag beide Teams spitze. Den Anfang macht Baba, der sich im eigenen Strafraum doppelt verschätzt und dann seinem Gegenspieler auch noch von hinten ein Bein stellt. Elfmeter. Meine wutbedingten Bissspuren am drei Meter entfernten Wellenbrecher sind sicher noch da. Kurz vor der Halbzeit dann auch noch die Führung für Frankfurt, diesmal unterstützt von der gesamten (rechten) Defensive.

Schwärzeste Verzweiflung in der Halbzeit. Wenn das so weitergeht schießt eher Frankfurt noch eins als wir. Ich suche Trost in der Tatsache, dass jetzt wenigstens Richtung Nordtribüne gespielt wird. Vielleicht hilft ja das. Doch die SpVgg kommt immer noch wie gelähmt aus der Pause. Wenig läuft nach vorne, es hagelt Fehlpässe und Ballverluste. Wenn hier noch was geht, dann nur mit viel Glück und der berühmten Brechstange. Und wir haben Glück, den in der 73. Minute zeigt Schiedsrichter Dankert nochmal auf den Punkt, diesmal aber für uns. Zuvor hat Frank Kramer versucht, mit der Einwechslung von Niclas Füllkrug und vor allem Nico Djurdjic doch noch etwas Schwung in die Partie zu bringen.

Stephan Fürstner fasst sich ein Herz und haut das Ding ins Netz. Jetzt haben wir immerhin ausgeglichen, angesichts des Spielverlaufs darf man damit sogar glücklich sein. Das äußerst unangenehme Szenario, mit null Punkten aus diesem Spiel herauszugehen, weicht erstmal dem einer Punkteteilung. Das wäre nicht gut, aber grade noch so Ok, denn die meisten Tabellennachbarn haben auch nicht gewonnen. Wir haben uns schon mit dem Unentschieden abgefunden, dann aber das unglaubliche: Mavraj trifft nach einer Ecke per Kopf. Wieder gelingt uns kurz vor Ende per Standard ein Tor, jetzt in drei Spielen hintereinander. Total verrückt, das komplette Spiel gedreht.

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Trotz allem: Die Kritik ist natürlich gerechtfertigt. Das Spiel war schlecht. So kann man längerfristig eigentlich nicht zu den Aufstiegskandidaten zählen. Ich denke dass die gesamte Mannschaft und die sportliche Leitung das Spiel auch richtig einschätzen können und werden. Die ersten Reaktionen nach dem Spiel gingen ja bereits in diese Richtung. Aber man sollte auch bedenken das es im nächsten Spiel schon wieder ganz anderes werden kann (und wird!) Wir dürfen nicht aufhören, auch in diesem Spiel das Positive zu sehen.

Denn: Endlich hat die Mannschaft auch mal versucht ein Partie nach Rückstand zu gewinnen, in der man eben nicht die besten Chancen hat und dem Gegner mal nicht überlegen ist. Ein Spiel, in dem man mehr Ballbesitz und mehr Torchancen hat (und wo der Ball einfach nur noch rein muss), kann man doch wesentlich einfacher umdrehen als eines, in dem man so schon Probleme mit dem Gegner hat. Ich möchte nur an die unseligen Niederlagen gegen Bochum oder Ingolstadt erinnern, beide im eigenen Stadion, wo ähnlich schlecht gespielt wurde, aber von einem richtigen Aufbäumen nach dem Rückstand nichts zu spüren war. Da hatte man sich mit dem Schicksal abgefunden. Ganz anders am Sonntag. Ja, die Beine waren schwer und es lief wenig zusammen, trotzdem hat man nichts unversucht gelassen. Und es wurde belohnt. Das hat mich ungemein gefreut, das hat mich beeindruckt.

Auch ein paar positive Aspekte im personellen Bereich möchte ich erwähnen. Zuerst natürlich die Rückkehr von Nicolai  Djurdjic, der seinen Kreuzbandriss vollständig auskuriert hat und uns endlich wieder zur Verfügung steht. Am Sonntag at man gesehen das er äußerst übermotiviert ist.  Ebenfalls zurück ist Goran Sukalo, seine ordnende Hand auf dem Platz hat uns zuletzt wohl etwas gefehlt. Gut gefallen hat mir außerdem das Stephan Fürstner beim Elfmeter Verantwortung übernommen hat.
Ansonsten: Unsere neue Stärke bei Standardsituationen ist ein Verdienst der ganzen Mannschaft, das sollte man nicht vergessen, vor allem bei den Spielern die zuletzt etwas in die Kritik geraten sind.

Am besten, wir lassen uns von dem Spiel nicht verrückt machen. Genügend Fussballweisheiten um das Spiel zu beschrieben gibt es ja eh schon.

SpVgg Greuther Fürth: Hesl – Baba, Röcker, Mavraj, Brosinskiyellow – Sparv (60. Djurdjicyellow), Fürstner – Stieber, Gießelmann, Trinks (74. Sukalo) – Azemi (52. Füllkrug)
Tore: Gießelmann (10.), Fürstner (73. Foulelfmeter), Mavraj (87.)

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