22. Spieltag | 1.FC Köln – SpVgg Fürth 1:1

Selten hat sich ein Unentschieden so gut angefühlt. In der 86. Minute trifft Ilir Azemi zum 1:1 gegen den FC, der Wahnsinn. Fussball kann nicht nur, Fussball ist manchmal einfach wunderbar. Was für ein Gefühl, bei diesem Spiel kurz vor Ende auszugleichen. Es hat sich wie ein Sieg angefühlt.

Geschwächt vom mysteriösen Norovirus trat die SpVgg am Montagabend beim Tabellenführer aus Köln an. Keine leichte Aufgabe, ist der Effzeh doch die insgesamt stabilste und abgeklärteste Mannschaft in dieser verrückten 2. Liga, in der irgendwie jeder gegen jeden gewinnt. Obwohl Köln bisher die meisten Punkte auswärts geholt hat, hatten sie auch einige starke Heimspiele aufzuweisen, wie etwa das klare 4:0 gegen Union Berlin.

Unter diesen Gesichtspunkten begann das Kleeblatt die Partie außerordentlich stark. Gleich zu Beginn hatte Niclas Füllkrug und Tom Weilandt im Nachschuss eine Großchance mit der man eigentlich in Führung gehen muss. Nach diesem Aufreger waren Torchancen auf beiden Seiten rar, aber die SpVgg behielt die Kontrolle über das Spiel. Ob’s nun daran lag das die Fürther zweikampfstärker und ballsicherer waren, oder dass die Kölner auf allzu starkes Pressing verzichteten und unsere Spieler erst ab der Mittelline attackierten (etwas von beidem wird es wohl gewesen sein) – als Kleeblatt-Fan durfte man mit der ersten halben Stunde auf jeden Fall zufrieden sein.

Nicht zufrieden durfte man dann aber mit dem Gegentor in der 34. Minute sein, dass diese Phase jäh beendete. Baba und Röcker behindern sich gegenseitig, weil sie beide gleichzeitig den Ball aus dem Strafraum köpfen wollen, der Ball landet vor dem Füßen eines Kölners, und aus einer ungefährlichen Ecke resultiert dann die gegnerische Führung. Sehr ärgerlich. Klar das die Kölner nun mit dem Treffer im Rücken das Spiel endgültig für sich entscheiden wollen. Die Qualitäten der Gastgeber werden nun deutlich sichtbar, die Kölner haben einige gute Chancen, können aber ihre Führung nicht ausbauen. Das Kleeblatt verlegt sich fast vollständig aufs verteidigen und hofft auf einen Konter oder Standardsituationen. Man merkt das nun doch bei einigen die Beine schwer sind.

cotbus

Dann die Schlussoffensive. Frank Kramer bringt mit Ilir Azemi noch einen Stürmer. Warum auch nicht, wenn die Kölner ihre Tormöglichkeiten nicht nutzen  In der 86. Minute pfeift Schiedsrichter Marco Fritz Freistoß, nachdem Nico Gießelmann auf der linken Außenbahn in Höhe der Mannschaftsbank gefoult wird. Brosinski flankt, der Ball landet irgendwie bei Azemi, der zu diesem Zeitpunkt weit im Abseits steht. Er nimmt den Ball mit dem Rücken zum Tor an, dreht sich, und schiebt das Leder in der Luft zwischen Timo Horn und dem Pfosten ins Tor. Technisch anspruchsvoll und äußerst spektakulär, doch wo bleibt die Fahne des Assistenten und der Pfiff des Schiedsrichters?

Der bleibt aus. Das Tor zählt. Kein Abseits, der Ball kam anscheinend vom Gegner. (Und nach mehrfachen Anschauen von Zeitlupen und Wiederholungen glaube ich das die Entscheidung richtig ist. Wohl war es ein Kölner, der den Ball verlängert hat.) Im ersten Moment war ich eigentlich felsenfest davon überzeugt dass das ganz klar Abseits war. Der Jubel ist grenzenlos. Gleichen wir da tatsächlich noch aus, in einem schon verloren geglaubten Spiel. Und dann auch noch auf die Art und Weise, durch Azemi, unglaublich. Es hat sich tatsächlich wie ein Sieg angefühlt.

Mehr möchte ich zu dem Spiel eigentlich gar nicht schreiben, den der wunderbare Axel aka. Der Vierte Offizielle hat mich gestern eingeladen, bei seinem effzeh-Podcast »Bockcast #003« Gast zu sein. Wir haben uns gut 20 Minuten über unser Montagsspiel unterhalten, die 2. Bundesliga und die Situation unserer Mannschaften besprochen, außerdem haben wir versucht die Fragen zu klären, wer den nun eigentlich aufsteigt. Hört mal rein!

PS: Der äußerst hörenswerte Schiedsrichterpodcast »Collinas Erben« hat die gesamte Szene die zum 1:1 geführt hat ausführlich besprochen.

SpVgg Greuther Fürth: Hesl – Brosinski, Mavraj, Röcker, Baba – Sparv (74. Azemi), Fürstner – Weilandt (45. Stieber), Trinks (89. Sukalo), Gießelmann – Füllkrug
Tor: Ilir Azemi (86.)

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