17. Spieltag | SV Sandhausen – SpVgg Fürth 1:3

Die SpVgg Greuther Fürth gewinnt verdient mit 1:3 gegen den SV Sandhausen und beendet die Hinrunde auf dem 2. Platz. Nach einer zähen Anfangsphase und der zwischenzeitlichen Führung von Sandhausen kann die Spielvereinigung ausgleichen und gewinnt durch eine starke zweite Halbzeit im Sandhäuser Hardtwaldstadion. Aufreger der Partie ist ein unabsichtliches Handspiel von Florian Trinks mit dem er den Ball ins unfreiwillig ins gegnerische Tor lenkt.
(Weil ich gestern nicht im Stadion sein konnte muss der Spielbericht heute ohne Eindrücke vor Ort auskommen, dafür hab ich etwas mehr auf die taktischen Aspekte der Begegnung achten können.)

Wie erwartet legte Sandhausen von Beginn an Wert auf eine stabile Defensive. Verteidigt wurde tief ab der Mittellinie, dann aber äußerst kompakt und mannschaftlich geschlossen. Das machte es für unsere Offensivbemühungen zu Beginn natürlich sehr schwer. Größte Chance zu Beginn war dann auch eine Ecke der Fürther die auf den langen Pfosten verlängert wurde, Tim Sparv war davon allerdings so überrascht das er den Ball weit ins Aus köpfte. Ansonsten tat sich die Spielvereinigung sehr schwer um zu guten Aktionen vor dem gegnerischen Tor zu kommen. Die Mitte war komplett dicht, die Flügelspieler wurden von den Sandhäusern oft gedoppelt und konnten sich nur schwer durchsetzten. Oft mussten wir wieder hinten herum spielen und von dort das Spiel neu aufbauen. Der SVS dagegen lauerte konsequent auf Ballverluste im Mittelfeld um dann schnell in die Spitze zu spielen.

 

In der 16. Minute ging Sandhausen nach einer Ecke in Führung. Die Bezeichnung »Einstudiert« trifft es wohl am besten. Die Ecke von rechts scharf nach Innen getreten, vom Rand des Fünf-Meter-Raums per Kopf an den kurzen Pfosten verlängert und von dort ebenfalls per Kopf ins Tor. Besser kann man es eigentlich nicht machen. Da musste ich dann schon ein bisschen schlucken, denn das Tor hat Sandhausen ja perfekt in die Karten gespielt. Aber so spielt man eben gegen eine nominell stärkere Mannschaft: Hinten macht man möglichst gut dicht und vorne hofft man auf die Führung, gerne per Standard. Und trotz einer ordentlichen Viertelstunde durfte man nach dem letzten Spiel vom Kleeblatt nicht unbedingt ein Offensivfeuerwerk erwarten…

Doch denkste! Unsere Jungs ließen sich von dem Rückstand einfach gar nicht beeindrucken und spielten nun noch konzentrierter nach vorne. Geduldig suchte man nach dem Mittel um die Sandhäusener Abwehr zu knacken. Erste Maßnahme war das sich Stephan Fürstner noch mehr ins Offensivspiel einschaltete. Tim Sparv ließ sich dazu einen Tick weiter zurückfallen und spielte alleine den Ballverteiler, gleichzeitig konnten die Innenverteidiger etwas weiter aufrücken. Dann wurden Überzahlsituationen auf den Flügeln hergestellt um anschließend das Spiel direkt oder über Fürstner auf die andere Seite zu verlagern.

Stück um Stück gelingt es der SpVgg so nun die gegnerische Defensive auzuhebeln. In der 32. Minute dann der Ausgleich: Schöne Vorarbeit von Robert Ziller, sein Pass in die Mitte wird nicht entscheidend abgewehrt, nochmal auf Stieber, der passt auf Füllkrug und der schiebt an zwei Gegenspielern und dem Torwart vorbei ein. So gehts! Das Kleeblatt hat nun eindeutig mehr vom Spiel und ist in Punkto Ballbesitz deutlich überlegen, in der ersten Halbzeit mag aber kein Tor mehr gelingen. Dafür aber mit Vollpower in die zwote Hälfte. Schon in den ersten Minuten hatte ich das Gefühl das die SpVgg besser aus der Kabine gekommen ist.

 

In der 52. Minute dann die Szene des Spiels: Fürstner legt im Strafraum quer, Florian Trinks alleine vor dem Tor. Manuel Riemann kann Trinks’ Schuss aber parieren, Trinks springt über den Torwart von Sandhausen und der Ball prallt dabei vom Torwart von seiner (bandagierten) Hand ins Tor. Tja. Große Verwirrung. Die Sandhäuser protestieren natürlich, und auch die Fürther wollen nicht so recht jubeln. Trinks schaut erst mal konsterniert und fragt sich in dem Moment wohl selber warum er den Ball ausgerechnet so – unabsichtlich – ins Tor bugsieren musste. Dann winkt er ab und signalisiert Schiedsrichter Drees dass er den Ball mit der Hand gespielt hat. Kein Tor! Großes Kompliment. Auch die Spieler von Sandhausen freuen sich das Trinks sein Handspiel signalisiert hat.
Als Fan ärgert man sich natürlich im ersten Moment, auch wenn das Spiel zu diesem Zeitpunkt schon stark in unsere Richtung gekippt ist. Aber dann war ich doch ganz froh das Trinks so und nicht anders reagiert hat. Lieber keine Diskussionen ob das Tor nicht doch regulär gewesen wäre. (Meiner Meinung führt Trinks beim Sprung einfach eine natürliche Handbewegung zu Ende und zieht, als der Ball Ihn trifft, seine Hand auch erschrocken weg. Mehr dazu bald bei Collinas Erben). Ja es redet sich leicht wenn man das Spiel dann gewonnen hat, aber ehrlich: Durch so ein Tor zu gewinnen ist nicht toll. Besser man vermeidet auch nur den Anschein von Unsportlichkeit.

Und es hat ja dann auch so geklappt, denn kurz nach dieser Szene wird Zillner im Strafraum von hinten geschubst und fällt hin. Ein Elfmeter den man auf jeden Fall geben kann. Stieber verwandelt sicher. Ab diesem Zeitpunkt ist das Spiel nun endgültig in unserer Hand. Man merkt das Sandhausen das Pokalspiel vom Mittwoch hinter sich hat, die Kraft fehlt und die Fehlpässe häufen sich. Der Schlusspunkt des Spiels gelingt dann doch noch Florian Trinks – nach einem Konter und einer sehr schönen Flanke von Daniel Brosinski köpft er das 1:3.

 

Highlights: Eigentlich muss man die ganze Mannschaft lobend hervorheben. Mir hat gut gefallen dass man sich auch nach dem 1:0 nicht aus der Ruhe hat bringen lassen und konzentriert nach vorn gespielt hat. Die Seitenwechsel waren wirklich toll, auch das Kombinationsspiel im Mittelfeld war oft schön anzuschauen. Stephan Fürstner konnte mit der Zeit das ganze Spiel an sich reißen, offensichtlich tut es im gut wenn er etwas offensiver spielen kann und Sparv hinter sich weiß. Robert Zillner konnte seinen Einsatz voll und ganz rechtfertigen, überhaupt waren alle unserer Flügelspieler wieder extrem präsent (Gießelmann und Brosinski als Außenverteidiger sind beide sehr viel gelaufen). Auf die Jungs können wir uns verlassen und wenn es bei Stieber gut läuft ist es immer schwer uns zu schlagen. Jemanden vergessen? Trinks wurde schon erwähnt, Füllkrug hat ein schönes Tor gemacht, die Innenverteidigung bis auf das Gegentor sehr souverän. Hesl? Wie immer halt…

SpVgg Greuther Fürth: Hesl – Brosinski, Kleine, Mavraj, Gießelmann – Fürstner, Sparvyellow, Stieber (89. Korcsmár), Trinks, Zillner (72. Baba) – Füllkrug (90. Drexler)
Tore: Niclas Füllkrug (32.), Zoltán Stieber (56. per Foulelfmeter), Florian Trinks (76.)

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