Über den grünen Klee – Folge 1

Vor ungefähr zwei Jahren habe ich angefangen, hier über meinen Verein zu bloggen. In der vorletzten Saison habe ich regelmäßig etwas geschreiben, meist sogar zu jedem Spiel. Letzte Saison ist der Blog leider etwas eingeschlafen, was natürlich selbstverständlich überhaupt nichts mit irgendwelchen sportlichen Dingen zu tun hatte, sondern eher damit, dass mir das Schreiben einfach sehr schwer gefallen ist. Und ich keine Lust hatte. Bei dem Gekicke.

Diese Saison habe ich beschlossen, den Blog wiederzubeleben. Und weil es sich leichter redet als schreibt (und eh jeder grade podcastet), habe ich mir gedacht, doch einen Podcast zur SpVgg ins Leben zu rufen. Vielleicht kommt so der Spass am Bloggen ja auch wieder. Also habe ich mir ein Mikrophon besorgt und andere Fans gesucht die gern über die Spielvereinigung  sprechen. Die beiden sind Dominik (Twitter, Blog) und Simon (aus dem Kleeblattforum). Dann haben wir uns bei mir an den Küchentisch gesetzt und einfach mal angefangen. Herausgekommen ist nach gut zwei Stunden die erste Folge von “Über den grünen Klee“, so heißt der Podcast. Und gesprochen haben wir über die folgenden Dinge:

00:00:00 Vorstellung
00:04:45 Kurzer Rückblick auf den Saisonstart
00:13:23 Trainerwechsel Büskens – Ruthenbeck
00:19:15 Ruthenbeck en dé­tail
00:34:15 Die SpVgg und die Zweite Liga
01:09:23 Einzelspieler: Mielitz – Schröck – Zulj – Weilandt
01:34:05 Das neue Stadion

Wir würden uns über jeden Zuhörer sehr freuen, egal ob Kleeblattfan oder nicht. Da das das erste mal ist, dass wir sowas in Eigenregie machen, würden wir uns auch sehr über Kritik und Anregungen freuen.

Und jetzt – Viel Spass beim anhören!

Relegation | SpVgg Fürth – Hamburger SV 0:0 | 1:1

Muss man nach diesen Relegationsspielen eigentlich noch etwas schreiben? Kann man überhaupt etwas schreiben? Es fällt mir unendlich schwer. Es fühlt sich nicht richtig an, es ist so traurig, so unfair. Zwei Spiele, zweimal hat unserer Mannschaft alles gegeben, zweimal hat die Spielvereinigung nicht verloren und trotzdem stehen wir nun mit leeren Händen da. Klar, Es war nicht zu erwarten, dass sich der HSV am Sonntag nochmal so präsentieren würde wie am Donnerstag. Das Führungstor hat diese düstere Vorahnung nur bestätigt. Unsere Jungs haben alles versucht, verdient ausgeglichen, hatten sogar das Siegtor auf dem Fuß, aber letztlich hat sich eben das bewahrheitet, was ich schon die ganz Saison gesagt habe: Als Bundesligist muss man sich schon unfassbar dumm anstellen, wenn man es nicht schafft in zwei Spielen in der Relegation die Oberhand zu behalten. Das es nun uns Fürther getroffen hat, so auf diese Weise, ist einfach unfassbar bitter.

Natürlich kann man mit einigem Recht argumentieren, dass die SpVgg ihre Chance im Hinspiel nicht ergriffen hat, die uns der HSV geboten hat. Ja, wir hätten in Hamburg mindestens ein Tor schießen müssen. Aber was ist das überhaupt für Verständnis von sportlicher Fairness, wenn der Kleine nur auf Fehler des Großen hoffen kann, ja hoffen muss, um irgendeine Aussicht auf Erfolg haben zu können? Wenn der Zweitligist darauf hoffen muss, dass der Bundesligist selber den Klassenunterschied aufhebt. Und das gleich in zwei Spielen? Warum gibt es eine völlig sinnbefreite Auswärtstorregel (noch dazu bei zwei Unentschieden!), warum gibt es überhaupt eine Relegation? Und bitte, von den schon fast grotesken Missverhältnissen zwischen den Lizenzspieleretats der beiden Vereine einerseits und Schuldenständen andererseits soll hier gar nicht die Rede sein. Auch wenn es wohl ungehört verhallen wird, kann man nur hoffen, dass die Liga das Thema Relegation noch einmal überdenkt. Und selbst wenn, dann lasst der 2. Liga doch bitte den Aufstiegsplatz, dann lasst den 15. gegen den 4. spielen, wie hier auf Zeit Online Sport beschrieben. Oder lasst es so machen wie in der Premier League. Irgendwas. Aber bitte nicht mehr so.

rel

Ja, ich bade gerade etwas im Selbstmitleid, aber es ist einfach so schade. Wiederaufstieg, das war eine vielleicht einmalige Chance, die sich uns in diesem Jahr geboten hat. Zukunftsvorhersagen machen im Fussball ja meistens nicht soviel Sinn, aber gerade wenn es um finanzielle Dinge geht kann man doch recht treffsichere Prognosen erstellen. Und da wage ich einfach mal zu behauptet, dass es für einen Verein wie die SpVgg Fürth, ohne Mäzen und Geldgeber, ohne reiche Sponsoren, ohne Steuergelder und mit einer relativ kleinen Fanbasis, es einfach von Jahr zu Jahr schwerer wird den Anschluss zu halten. Zum einen wird die Schere zwischen der Bundesliga und der 2. Liga immer größer, zum anderen tummeln sich in der 2. Liga mittlerweile dermaßen viele (Traditions-)Vereine mit Aufstiegsambitionen, dass man sich eigentlich keine Fehler erlauben kann, wenn man auf einen der ersten zwei Plätze landen möchte. Und natürlich kommen dieses Jahr auch wieder zwei Absteiger aus der Bundesliga hinzu, die möglichst sofort wieder “hoch” wollen. Selbst die Aufsteiger aus der dritten Liga haben reiche Geldgeber im Hintergrund und möchten aufsteigen. RB Leipzig hat sich letztes Jahr ein neues Nachwuchsleistungszentrum für 35 Mio. Euro hingestellt. Wie sollen wir da langfristig mithalten?

Aber vergessen wir die Positiven Seiten dieser Relegation nicht. Vielleicht hat die SpVgg in ihrer jüngeren Geschichte noch nie soviel Aufmerksamkeit und – gerade nach dem Spiel am Donnerstag – freundliche Anerkennung bekommen. Alle Beteiligten haben den Verein in einer wirklich breiten Öffentlichkeit gut präsentiert, vor allem natürlich die Spieler und Offiziellen, aber auch wir Fans. Das sind keine Hard Facts, davon können wir uns nichts kaufen, aber vielleicht hilft es für die Zukunft doch ein bisschen. Vor- und zwischen den Relegationsspielen war die ganze Stadt in einer freudig-erregten Anspannung und die Stimmung am Sonntag war einfach sensationell, ganz besonders nach Abpfiff. Das ganze Stadion hat eine Mannschaft gefeiert, die wahnsinnig tolle Saison gespielt und in der Relegation alles gegeben hat. Auch wenn es nun nicht gereicht hat, ich finde wir können doch etwas stolz sein.